Jake Bugg

Saturday Night, Sunday Morning

RCA/Sony (VÖ: 20.8.)

Der neue Elektro-Pop des Brit-Stars schielt nun doch auf das Boygroup-Publikum.

Jake Bugg, der seit seinem durchschlagenden Debüt von 2012 nur noch wenig Liebe von der Presse erfuhr und von anderen jungen Working-Class-Songwritern wie Sam Fender, Tom Grennan und Lewis Capaldi überholt wurde, scheint einen Karriere-Neustart anzustreben. Das bedeutet auf SATURDAY NIGHT, SUNDAY MORNING vor allem: mehr. Mehr Produktion. Mehr Stilrichtungen. Mehr Massenappeal.

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„All I Need“ begrüßt einen mit fußstampfendem, handklatschendem Stadion-Gospel-Pop. Sehr zeitgeistig, aber durchaus auch mitreißend. Näher an seinen Wurzeln ist der Country-Blues-Stampfer „Kiss Like The Sun“ – eine Dampflok in ICE-Geschwindigkeit. Und Lokführer Bugg donnert weiter – von der „Mad World“-ähnlichen Klavierballade zur House-Nummer, von der Synthie-Power-Pop-Hymne zum Wall-of-Sound-Schmachtfetzen.

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Und klar, er wäre nicht Jake Bugg, würde er einen nicht mit einem nostalgischen Akustikständchen rauswerfen. „How will you remember me?“, fragt er da – und man kratzt sich ratlos am Kopf. Ja, wie bloß? Buggs fünftes Album hat durchaus gute Hooks und packende Momente. Es ist aber auch ohne Fokus, kitschig und zu offensichtlich auf Hit getrimmt. Und ein großer Lyriker wird aus dem Jungen aus Nottingham sowieso nicht mehr. Als 19-Jähriger mokierte sich Bugg noch über Boygroups. Jetzt, mit 27 Jahren, scheint er um ihr Publikum zu buhlen. Vielleicht klappt’s ja.

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