Write About Love :: Rough Trade/Beggars/Indigo

Stuart Murdoch lässt singen und plinkern. Ein vergleichsweise laues Folk-Pop-Lüftchen.

Erste Frage: Ist das noch Belle And Sebastian? Zweite Frage: Soll das überhaupt noch Belle And Sebastian sein? Mit elf neuen Songs werden Stuart Murdoch und sein Verein fürs Feingesponnene auf dem Album WRITE ABOUT LOVE nach vier Jahren Sendepause nun wieder vorstellig. Im Vergleich zum Folk-Pop-Sturm, mit dem die Band 1996 die Welt eroberte, ist das aber nur noch ein laues Lüftchen. Über die Strecke von 14 Jahren ist Belle And Sebastian hörbar die Puste ausgegangen. Weder Sound noch Songs wollen so richtig verraten, dass es sich hierbei um dieselbe Band handelt, die ein paar Tracks für die Ewigkeit im Programm hat – von „Dog On Wheels“ und „The State I Am In“ bis hin zu „The Fox In The Snow“ und „Dylan In The Movies“. Selbst der Sänger singt nicht mehr so, als sei er noch er selbst. Stuart Murdoch bewirbt sich um die vakante Rolle eines Produzenten für avancierte Spülmusik, auf WRITE ABOUT LOVE hat es lauter nette (oder: belanglose) kleine Popsongs, die munter vor sich hin plinkern (oder: plätschern), ohne irgendwohin zu wollen. Stuart Murdoch hat als Kinderliedsänger und musikalischer Projektleiter zuletzt frischer ausgesehen. Er lässt jetzt auch singen „Little Lou, Ugly Jack, Prophet John“ kommt mit dem Gesang von Norah Jones extrem gepflegt um die Ecke gebogen und Schauspielerin Carey Mulligan macht es im Eröffnungstrack keinen Deut spannender. Das jingle-janglende „I Want The World To Stop“ ist noch das größte Ausrufezeichen, das Murdoch 2010 zu setzen weiß. Auf jedem anderen Album der Glaswegians wäre der Song aber durchgefallen. Also: Ist Belle And Sebastian, soll noch einmal ein Neuanfang sein und wird vor allem den Fans der ersten Stunde ein Stirnrunzeln bescheren.

www.belleandsebastian.com