„Niemand ist illegal“ – Grammy-Stars 2026 gegen Abschiebungen

Billie Eilish, Bad Bunny und SZA nutzen Grammy-Bühne für Protest gegen ICE. Emotionale Reden, klare Botschaften – die wichtigsten Momente der Verleihung.

Bei der Grammy-Verleihung am Sonntagabend, 1. Februar, nutzten mehrere Preisträger:innen ihre Dankesreden für politische Stellungnahmen. Bad Bunny, Billie Eilish, Shaboozey und Olivia Dean gehörten zu den Künstler:innen, die ihre Plattform nutzten, um sich zu Einwanderungsthemen zu äußern – vor dem Hintergrund verschärfter Maßnahmen der Trump-Administration gegen Einwanderer:innen.

Bad Bunny: „ICE out“ und Appell für Liebe statt Hass

Bad Bunny setzte bei seiner Dankesrede für den Grammy in der Kategorie „Best Música Urbana Album“ ein deutliches Zeichen. Die Rede des puerto-ricanischen Artists begann mit den Worten: „Bevor ich ‚Danke Gott‘ sage, sage ich: ‚ICE out.’“

Der Musiker, der aus Sicherheitsbedenken auf eine US-Tour verzichtet hatte, richtete einen emotionalen Appell an das Publikum: „Es ist schwer, heutzutage nicht zu hassen. Hass wird durch mehr Hass nur stärker. Das Einzige, das mächtiger ist als Hass, ist Liebe. Deshalb müssen wir anders sein. Wenn wir kämpfen, müssen wir es mit Liebe tun. Wir hassen sie nicht. Wir lieben unsere Leute, wir lieben unsere Familie, und das ist der richtige Weg – mit Liebe.“

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Billie Eilish: „Niemand ist illegal auf gestohlenem Land“

Billie Eilish, die bereits in der Vergangenheit die Trump-Administration kritisiert hatte, nutzte ihre Redezeit zur Auszeichnung für „Song of the Year“ ebenfalls für eine politische Message. „Niemand ist illegal auf gestohlenem Land“, erklärte die Sängerin und sprach über die Herausforderungen der aktuellen Lage.

Sie betonte die Bedeutung von aktivem Engagement: „Ich denke, wir müssen einfach weiterkämpfen und uns äußern und protestieren, und unsere Stimmen haben wirklich Bedeutung, und die Menschen sind wichtig.“ Ihre Rede endete mit einer direkten Verurteilung der Abschiebebehörde.

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Olivia Dean, SZA und weitere Künstler:innen solidarisch

Die britische Singer-Songwriterin Olivia Dean verwies in ihrer Dankesrede für „Best New Artist“ auf ihre familiären Wurzeln: „Ich bin die Enkelin eines Immigranten. Ich bin ein Produkt von Mut, und ich denke, diese Menschen verdienen es, gefeiert zu werden.“

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SZA äußerte sich nach ihrem Gewinn des „Record of the Year“ für „luther“ in einem Presseinterview kritisch zur gesellschaftlichen Situation: „Es ist unglaublich dystopisch, dass wir uns schick anziehen und Auszeichnungen in der materiellen Welt feiern können, während Menschen auf der Straße aufgegriffen und ins Gesicht geschossen werden.“

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Die Künstlerin rief dazu auf, nicht zu verzweifeln: „Ich glaube, dies ist eine Zeit, in der wir als Gemeinschaft tief graben und wirklich lernen können: OK, es ist nicht die Zeit, sich auf jemand anderen zu verlassen als auf uns selbst und unsere Nachbarn, um uns zu schützen.“

Shaboozey und Gloria Estefan würdigen Einwander:innen

Der Country-Künstler Shaboozey widmete seinen ersten Grammy – für „Best Country Duo/Group Performance“ für „Amen“ mit Jelly Roll – den „Kindern von Immigranten“. Der Musiker, dessen Eltern aus Nigeria stammen, würdigte den kulturellen Beitrag von Einwander:innen: „Das ist auch für diejenigen, die in dieses Land kamen auf der Suche nach besseren Möglichkeiten. Danke, dass ihr eure Kultur, eure Musik, eure Geschichten und eure Traditionen hierhergebracht habt.“

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Gloria Estefan, Gewinnerin des „Best Tropical Latin Album“ für „Raíces“, äußerte in einem Interview ihre Sorge über die aktuelle Entwicklung: „Ich habe Angst. Ich bin sehr besorgt. Ich glaube nicht, dass irgendjemand sagen würde, wir wollen ein Chaos an der Grenze, aber was passiert, ist nicht die Verhaltung von Kriminellen. Das sind Menschen, die Familien haben, die jahrzehntelang zu diesem Land beigetragen haben, kleine Kinder.“

Auch Kehlani beendete die Dankesrede für den „Best R&B Performance“-Award mit einem deutlichen Statement gegen die Abschiebebehörde.

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„ICE Out“-Anstecker als sichtbares Zeichen auf dem roten Teppich

Neben den verbalen Stellungnahmen trugen zahlreiche Künstler:innen ihre Solidarität auch visuell zur Schau. Auf dem roten Teppich erschienen unter anderem Billie Eilish, ihr Bruder und Kollaborateur Finneas, Justin und Hailey Bieber, Brandi Carlile, Jack Antonoff, Justin Vernon von Bon Iver, Margo Price und Samara Joy mit „ICE Out“-Ansteckern.

Die koordinierte Aktion zeigt, dass ein bedeutender Teil der Musikindustrie die Grammy-Plattform nutzt, um politische Botschaften zu verbreiten und auf gesellschaftliche Anliegen aufmerksam zu machen.