Modern Woman

JOHNNY’S DREAMLAND

One Little Independent/Bertus (VÖ: 1.5.)

Kate Bush meets Noise? Postpunk – das Musical? Willkommen im Wechselbad!

Wir leben in einer Post-Genre-Ära. Aber die Volten, die die Londoner Modern Woman auf ihrem Erstwerk hinlegen, erwischen einen doch zunächst kalt. Sie wollen Gegensätze zusammenbringen, so Sophie Harris, als deren Soloprojekt Modern Woman seinen Anfang nahm. Also geht’s los mit dröhnender Gitarre und druckvoll-primitiver Rhythmus-Sektion, die von Harris’ energetischem Vortrag zwischen Spoken-Word und Musical-Theatralik gekapert wird. Da bleibt wohl nur der diffuse Begriff Art-Rock.

 Anschnallen ist für dieses Wechselbad aus Faszination und Irritation sinnvoll

Eine wichtige Hand im Spiel hatte offenbar auch Bandkollege und Experimental-Komponist David Denyer, der Harris’ harsche Gitarrentexturen mit Violinenklängen anreichert oder die idyllischeren Momente kammermusikalisch umspielt. Umspielen trifft es gut, denn oft wirkt JOHNNY’S DREAMWORLD vor allem wie ein Vehikel für Harris, die als charismatische Mischung aus Poetin, Shouterin und Musiktheater-Darstellerin (Kate Bush, anyone?) über eine Collage aus Post-Punk-Drahtigkeit, Noise-Rock-Radau und Folkig-Pastoralem regiert.

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Nicht jeder Song verursacht ein Schleudertrauma: „Blessed Day“ ist griffiger Garagenrock, „Daniel“ und „The Garden“ sind anmutige Kunstlied-Balladen mit Joanna-Newsom-Touch. Aber Anschnallen ist für dieses Wechselbad aus Faszination und Irritation sinnvoll.