Afrika Bambaataa gestorben: Umstrittener Pionier des Hip-Hop

Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa ist im Alter von 68 Jahren an Krebskomplikationen gestorben. Der Gründer der Universal Zulu Nation und Produzent von „Planet Rock“ hinterlässt ein globales Erbe.

Der Hip-Hop-Produzent Afrika Bambaataa, mit bürgerlichem Namen Lance Taylor, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Innerhalb der Szene galt er als einer der Pioniere des Genres und feierte insbesondere in den 1980er-Jahren große Erfolge. Blickt man auf seine Karriere zurück, wurde diese neben all dem Erfolg gegen Ende überschattet.

An Krebserkrankung gestorben

Den Tod des Musikers teilte sein ehemaliges Plattenlabel Tommy Boy Records via Instagram mit. In einem Statement auf der Plattform hieß es: „Mit seinem Tod denken wir über seine Beiträge zum Genre und zur breiteren Kultur nach, die bis heute nachwirken.“

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Wie „TMZ“ berichtet, starb der Produzent im US-Bundesstaat Pennsylvania an Komplikationen, die mit einer Krebserkrankung zusammenhingen. Sein größter Hit war der Song „Planet Rock“ aus dem Jahr 1982.

Gründer der Universal Zulu Nation und Botschafter des Friedens

Lance Taylor wuchs im New Yorker Stadtteil Bronx in einer Sozialsiedlung auf. Zur damaligen Zeit war die Region von Gewalt und Bandenkriminalität geprägt. Afrika Bambaataa ließ sich von elektronischer Musik inspirieren und begann seine Karriere mit der Veranstaltung von Blockpartys in seiner Heimat. Im Jahr 1973 gründete er die Universal Zulu Nation; die Gruppe nutzte Hip-Hop, um friedliche Werte als Gegenpol zum rauen Ton des Stadtteils zu verbreiten.

Hierfür wurde der Musiker nach seinem Tod gewürdigt. Weltweit löste die Todesmeldung Beileidsbekundungen aus. So wird er von vielen als „Godfather“ des Hip-Hop bezeichnet, der das Genre aus den Straßen New Yorks in die Welt trug. Unter anderem meldete sich der Musiker Kurtis Blow zu Wort, der die Arbeitsrechtsorganisation „The Hip Hop Alliance“ leitet: „Als Gründer der Universal Zulu Nation half Afrika Bambaataa dabei, die frühe Identität des Hip-Hop als globale Bewegung zu prägen, die in Frieden, Einheit, Liebe und Spaß verwurzelt ist. Seine Vision verwandelte die Bronx in den Geburtsort einer Kultur, die heute jeden Winkel der Welt erreicht.“ Der Einfluss des 68-Jährigen sei „unumstößlich“ gewesen.

Von Vorwürfen überschattete Karriere

Lance Taylo wurden schwere Vorwürfe bezüglich sexueller Übergriffe gemacht. Die betroffenen Männer waren zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten in den 1980er- und 1990er-Jahren noch minderjährig. Zur Causa veröffentlichte die Universal Zulu Nation im Juni 2016 einen öffentlichen Brief, in dem das Kollektiv sich bei „Überlebenden eines mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs durch Bambaataa“ entschuldigte und zudem erklärte, dass einige Gruppenmitglieder von den besagten Vorfällen gewusst, diese jedoch nicht offengelegt hätten.

Im Jahr 2025 verlor der Musikproduzent einen Zivilprozess, da er nicht vor Gericht erschien.