Katy Perry Vorwürfe: Wie ein Skandal den nächsten weckt
Ruby Roses Anschuldigung war erst der Anfang: Seither tauchen Clips, Aussagen und alte Fälle auf, die Katy Perrys Image grundlegend in Frage stellen.
Katy Perry steht derzeit wegen mehrerer alter und neuer Vorwürfe im Kreuzfeuer. Auslöser ist die jüngste Anschuldigung von Ruby Rose – die Debatte hat jedoch rasch weitere Episoden aus Perrys Karriere an die Oberfläche gespült.
Ruby Rose warf Katy Perry vor, sie 2010 in einem Nachtclub in Melbourne sexuell belästigt zu haben. Perry soll dabei ihre Vagina an Roses Gesicht gerieben haben. Perrys Team wies die Vorwürfe zurück: „kategorisch falsch“ und „gefährliche, rücksichtslose Lügen“. Außerdem beschrieb das Team Rose als jemanden, der regelmäßig schwere Vorwürfe erhebe, die Betroffene stets zurückwiesen. Diese Aussage ging nach hinten los: Seither tauchen weitere Berichte über grenzüberschreitendes Verhalten von Perry auf.
Alte Clips, neue Aufmerksamkeit
Im Sog der Rose-Vorwürfe tauchte ein altes Interview mit Anna Kendrick wieder auf. Kendrick erzählte 2014 bei Conan O’Brien, Perry habe bei einer Begegnung „ihre Brust ausgespielt“ und mit einem Finger an ihrem Dekolleté herumgemacht. Sie schilderte das in humorvoller, ironischer Tonlage und nannte Perry dabei „aggressiv“.
Soziale Netzwerke reichen den Clip nun als weiteren Beleg für Perrys grenzüberschreitendes Auftreten herum. Kendrick hatte die Szene damals allerdings nicht als Anklage präsentiert, sondern als schräge Promi-Anekdote.
Teenage Dream und Justin Bieber
Auch eine ältere Anschuldigung von Josh Kloss kehrt in die Diskussion zurück. Kloss arbeitete als Model im „Teenage Dream“-Musikvideo und behauptete 2019: Perry habe ihm auf einer Feier die Hose samt Unterwäsche heruntergezogen und seinen Penis vor anderen Leuten gezeigt. Perrys Umfeld habe ihn anschließend unter Druck gesetzt, nicht öffentlich darüber zu sprechen.
Im selben Zug geht ein Backstage-Video von 2012 viral. Es zeigt Perry nach einem Konzert in London: Sie hält Justin Bieber – damals etwa 18 – lachend fest und greift ihm schließlich grob an den Hintern. Viele Zuschauer:innen lesen das Video rückblickend als grenzverletzend, fast „groping“-artig.
Feminismus als Marketingfrage
Parallel dazu wächst die Kritik an Perrys jüngeren Projekten. Ihre Zusammenarbeit mit Dr. Luke für „Woman’s World“ löste heftige Kritik aus. Der Produzent sieht sich seit Jahren mit schweren Vorwürfen von Kesha konfrontiert: Sie wirft ihm vor, sie psychisch und physisch misshandelt, eingeschüchtert und finanziell abhängig gehalten zu haben – über sechs Jahre hinweg.
Perry verteidigte die Kooperation öffentlich. Der Song stamme aus ihren eigenen Erfahrungen; sie habe mit mehreren Mitwirkenden gearbeitet und stehe als Mutter und Frau hinter der Botschaft. Doch das Video bewerteten Kritiker:innen als klischeehaft, überdreht und auf den männlichen Blick zugeschnitten. Das verstärkte den Eindruck: Botschaft und Bildsprache passen nicht zusammen.
Hinzu kam die viel kritisierte Blue-Origin-Reise mit Jeff Bezos. Perry nahm an dem rein weiblichen Raumflug teil. Die Beteiligten vermarkteten ihn als historischen, feministischen Moment – Kritiker:innen lasen darin eine PR-Show des Milliardärs-Systems. Perry sagte danach, die Online-Reaktion habe sie getroffen.
In der Summe entsteht das Bild einer Popstar-Karriere, die derzeit weniger von Musik als von Kontroversen erzählt wird. Perry reagierte auf die Vorwürfe meist mit Abwehr, Erklärungen oder Schadensbegrenzung – nicht mit Selbstkritik oder Aufarbeitung.






