Reggaeton-Star schlägt Präsident: Bad Bunny führt vor Trump in Umfrage
Warum kommt wohl Bad Bunny besser bei US-Bürger:innen an als der aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten?
Mehr US-Amerikaner:innen sehen den puertoricanischen Reggaeton-Star Bad Bunny als besseren Repräsentanten ihres Landes als den amtierenden Präsidenten Donald Trump – so das Ergebnis einer aktuellen Meinungsumfrage.
Die von Yahoo! und YouGov durchgeführte Erhebung hakte bei mehr als 1.700 Erwachsene in den Tagen nach Bad Bunnys Auftritt bei der Super-Bowl-Halbzeitshow nach. Das Ergebnis: 42 Prozent der Befragten gaben an, dass Bad Bunny die Vereinigten Staaten besser repräsentiere, während nur 39 Prozent für Trump stimmten. 20 Prozent zeigten sich unentschieden.
Die Stichprobe umfasste zudem einen leicht höheren Anteil an Republikaner:innen und Konservativen als Demokrat:innen und Liberalen.
Deutliche Unterschiede in verschiedenen Bevölkerungsgruppen
Die Umfrage offenbart erhebliche Unterschiede entlang ethnischer Linien. Besonders deutlich fällt Bad Bunnys Vorsprung bei der afroamerikanischen Bevölkerung aus: 61 Prozent sehen in ihm den besseren Repräsentanten, während Trump hier lediglich auf neun Prozent kommt. Auch unter hispanischen Amerikaner:innen liegt der Musiker mit 46 Prozent deutlich vor dem Präsidenten mit 32 Prozent.
Einzig bei der weißen Bevölkerung dreht sich das Bild: Hier kommt Trump auf 48 Prozent Zustimmung, während Bad Bunny 37 Prozent erreicht.
Positive Resonanz auf spanischsprachige Super-Bowl-Performance
Die Halbzeitshow selbst stieß auf überwiegend positive Resonanz. Von den Befragten gaben 47 Prozent an, die Performance verfolgt zu haben. Unter diesen Zuschauer:innen äußerten sich 30 Prozent positiv über die Show, während nur acht Prozent angaben, sie nicht gemocht zu haben. Die Entscheidung, ausschließlich auf Spanisch zu performen, wurde von 31 Prozent der Amerikaner:innen befürwortet – nur elf Prozent lehnten dies ab.
Ein Nebeneffekt: Nach der Show verzeichneten Reisesuchanfragen nach Puerto Rico einen deutlichen Anstieg.
Bad Bunnys historischer Super-Bowl-Auftritt und seine Bedeutung
Bad Bunnys Auftritt beim Super Bowl markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der prestigeträchtigen Halbzeitshow. Als einer der ersten lateinamerikanischen Künstler, der die komplette Show in spanischer Sprache präsentierte, setzte der puertoricanische Megastar ein klares Statement für sprachliche und kulturelle Vielfalt. Seine Performance würdigte dabei nicht nur seine karibischen Wurzeln, sondern repräsentierte auch die wachsende hispanische Bevölkerung in den USA, die mittlerweile fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht.
Die symbolische Bedeutung dieses Moments geht also weit über musikalische Aspekte hinaus. In einer Zeit politischer Polarisierung und Debatten über Immigration und nationale Identität wurde Bad Bunnys Auftritt zu einem kulturellen Ereignis mit gesellschaftspolitischer Relevanz.
Trumps Reaktion und die gescheiterte Gegenveranstaltung mit Kid Rock
Die Beziehung zwischen Donald Trump und Bad Bunny ist seit längerem angespannt. Der Präsident hatte sich in der Vergangenheit kritisch über den Künstler geäußert und dessen politisches Engagement für Puerto Rico sowie seine Unterstützung demokratischer Kandidat:innen kritisiert. Nach dem Super-Bowl-Auftritt intensivierte sich die Rhetorik, wobei Trump in Social-Media-Posts die Wahl Bad Bunnys als Halbzeit-Performer als „unamerikanisch“ bezeichnete.
Als Reaktion organisierte Trumps Team eine Gegenveranstaltung mit dem Country-Rock-Musiker Kid Rock, der als langjähriger Trump-Unterstützer bekannt ist. Die für denselben Abend angesetzte Veranstaltung sollte „echte amerikanische Musik“ präsentieren und als konservative Alternative zur Super Bowl dienen. Allerdings entwickelte sich die Veranstaltung zu einem PR-Desaster: Die Zuschauer:innenzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, und selbst in konservativen Medien wurde das Event als verzweifelter Versuch der Kulturkampf-Inszenierung kritisiert.
Zum Verständnis: Während der Super Bowl mit Bad Bunny über 100 Millionen Zuschauer:innen erreichte, konnte die Trump-Kid-Rock-Show nur einen Bruchteil davon mobilisieren.
Der Super Bowl als kulturpolitische Bühne: Geschichte und Ausblick
Die Super-Bowl-Halbzeitshow hat sich über die Jahrzehnte zu einem der einflussreichsten Momente der amerikanischen Popkultur entwickelt. Von Michael Jacksons Auftritt 1993 über Beyoncés politisch aufgeladene Performance 2016 bis hin zu Shakira und Jennifer Lopez‘ lateinamerikanischer Celebration 2020 – die Show spiegelt stets den gesellschaftlichen Zeitgeist wider.
Für 2027 wird bereits über mögliche Performer:innen spekuliert. Namen wie Taylor Swift und Miley Cyrus stehen ganz oben auf den Wunschlisten. Auch internationale Stars wie Rosalía und Burna Boy könnten die zunehmende Globalisierung der Show widerspiegeln. Die NFL hat in den vergangenen Jahren verstärkt darauf geachtet, verschiedene Genres und kulturelle Hintergründe zu repräsentieren – ein Trend, der sich voraussichtlich fortsetzen wird.




