Bad Bunny beim Super Bowl: Trump kritisiert Halbzeitshow scharf
Bad Bunny machte Geschichte als erster Latin-Künstler mit spanischsprachiger Super-Bowl-Show. Trump reagierte mit Gemeckere.
Der Auftritt von Bad Bunny in der Halbzeitpause des Super Bowls hat nicht nur musikalisch, sondern auch politisch für Aufmerksamkeit gesorgt. Er war der erste männliche Latin-Künstler sowie der erste Act, der überwiegend auf Spanisch performte, dem die prestigeträchtige Halbzeitshow übertragen wurde. Zuvor war er 2020 bereits als Gast bei Jennifer Lopez‘ Auftritt zu sehen gewesen.
Während der puerto-ricanische Künstler mit einer aufwendig inszenierten Performance also Geschichte schrieb, reagierte Donald Trump – wie eigentlich eh zu erwarten war – mit Negativkritik.
Aufwendige Inszenierung mit prominenter Unterstützung
Die Show war als Hommage an unterschiedliche Spielarten lateinamerikanischer Musik angelegt. Begleitet von Dutzenden Tänzer:innen bewegte sich Bad Bunny durch wechselnde Bühnenbilder – von salsaähnlichen Tanzsälen bis hin zu industriell anmutenden Konstruktionen. Unter den Mitwirkenden und Statist:innen wurden unter anderem Pedro Pascal, Cardi B, Jessica Alba und Karol G gesichtet.
Ein besonderer Moment war der Auftritt von Lady Gaga, die gemeinsam mit Bad Bunny eine spanischsprachige Version ihrer Bruno-Mars-Zusammenarbeit „Die With A Smile“ präsentierte, begleitet von Los Pleneros de la Cresta. Ricky Martin leitete zudem den Song „El apagón“ mit einem Ausschnitt aus „LO QUE LE PASÓ A HAWAii“ ein.
Trump bezeichnet Show als „Affront gegen Amerika“
Kurz nach dem Auftritt äußerte sich Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der US-Präsident bezeichnete die Halbzeitshow als eine der „schlechtesten aller Zeiten“ und warf ihr vor, nicht den Werten der USA zu entsprechen. Insbesondere kritisierte er die spanische Sprache des Auftritts sowie die Choreografie und sprach von einer „Beleidigung für Amerika“.
In weiteren Beiträgen attackierte Trump sowohl die NFL als auch die Medien, denen er eine positive Berichterstattung über die Show unterstellte. Auch sportpolitische Themen wie die neue Kickoff-Regel der Liga griff er in seinen Statements auf.
Kontroversen bereits vor dem Super Bowl
Die Entscheidung der NFL für Bad Bunny als Headliner war bereits im Vorfeld umstritten. Aus dem Umfeld der MAGA-Bewegung gab es wiederholt persönliche Angriffe auf den Musiker. Trump selbst hatte die Wahl des Künstlers zuvor als „verrückt“ bezeichnet und erklärt, er habe „noch nie von ihm gehört“.
Zusätzlich sorgten Berichte für Aufsehen, wonach Einwanderungsbehörden wie ICE bei der Veranstaltung präsent sein sollten. Bad Bunny hatte in der Vergangenheit angekündigt, auf Konzerte in den USA zu verzichten, da er Übergriffe auf Fans durch ICE-Einsätze befürchtete.
Politische Statements und Grammy-Erfolg
Erst wenige Tage vor dem Super Bowl war Bad Bunny bei den Grammy Awards mit dem Preis für das Album des Jahres ausgezeichnet worden. In seiner Dankesrede positionierte er sich deutlich gegen Diskriminierung und sprach sich für Menschlichkeit und Solidarität aus. Seine Worte richteten sich explizit gegen Fremdenfeindlichkeit und staatliche Repressionen.
NFL-Commissioner Roger Goodell verteidigte die Auswahl des Künstlers als bewusst und sorgfältig getroffen. Parallel zur Halbzeitshow organisierte die konservative Organisation Turning Point USA eine eigene Gegenveranstaltung, bei der Kid Rock auftrat.
Bad Bunny: Von Puerto Rico an die Spitze des Pop
Bad Bunny, bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio, wurde 1994 in Vega Baja, Puerto Rico, geboren. Seine Karriere begann mit selbstveröffentlichten Songs auf SoundCloud, ehe er Ende der 2010er-Jahre zu einem der einflussreichsten Künstler der globalen Pop- und Urban-Musik aufstieg. Früh verband er Trap, Reggaeton und Latin Pop mit politischen und gesellschaftlichen Statements.
Mit Alben wie X 100PRE, YHLQMDLG und UN VERANO SIN TI verschob Bad Bunny die Grenzen des Mainstreams und etablierte spanischsprachige Musik dauerhaft an der Spitze internationaler Charts. Seine Arbeiten thematisieren Identität, Männlichkeitsbilder, soziale Ungleichheit und die kulturelle Situation Puerto Ricos – oft verbunden mit einem klaren politischen Anspruch.





