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Black Sabbath: Geboren in Schwarz

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Die Band aus Birmingham ist eine der einflussreichsten Rockgruppen der letzten 50 Jahre: Sie erfand Heavy Metal und machte Grunge möglich. Black Sabbath wirken weit über ihr Genre hinaus – aber was ist ihr Geheimnis?

Keine Band ist eine Insel. Keine Rockband könnte aus sich heraus, losgelöst vom übrigen musikalischen Schaffen auf der Welt und ihrer Zeit, eine singuläre Musik möglich machen. So wie die Ramones als eine der beiden prägenden Gruppen der Siebzigerjahre ihren radikalen Entwurf von Musik nicht in einem Vakuum erschufen, sondern – from the Velvets to the Voidoids – aus der New Yorker Undergroundszene heraus, fielen auch Black Sabbath nicht einfach aus Himmel und Hölle, so einzigartig monolithisch und maliziös mahlend ihre Vision auch gewesen sein mochte.

Keine Band ist eine Insel

Wenn man es genau nimmt, lassen sich die Ursprünge des Heavy Metal zurückführen bis zu Link Wray, dessen Song „Rumble“ mit seiner brutalst verzerrten Gitarre und den erstmals plärrend zum Einsatz kommenden Powerchords 1958 so bedrohlich und sinister wirkte, dass amerikanische Radiosender ihn aus ihrem Programm verbannten, weil sie Angst hatten, er könne Jugendliche zu Gewalt und Verbrechen verleiten. Ein Instrumental, wohlgemerkt.


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Die Macht krachender Stakkatoriffs entwickeln die Kinks weiter, mit „You Really Got Me“, aber auch The Who mit ihren psychotischen Dreschflegelhymnen tragen das ihre dazu bei, schiere Lautstärke und Rückkopplung zu einem elementaren Stilmittel der Rockmusik werden zu lassen. Cream und Jimi Hendrix feiern den Triumph des Powertrios. Blue Cheer treiben deren Ansatz 1968 auf die Spitze mit ihrem übersteuerten Album VINCEBUS ERUPTUM, das sich, wie Lester Bangs befand, vorwärts wie rückwärts abgespielt gleich stark anhörte.

Der Traum der Hippies ist ausgeträumt, von Vietnam, Manson und Altamont zerstört

Und schließlich lassen Led Zeppelin den Hammer der Götter niedersausen. Wir sind angekommen im Jahr 1969. Die Saat ist bereitet. Der Traum der Hippies ist ausgeträumt, von Vietnam, Manson und Altamont zerstört. Fehlt nur noch die Band, die die Stimmung der Zeit einfängt. Black Sabbath wissen es nicht, aber sie sind diese Band. Dabei hätte es Black Sabbath ohne Django Reinhardt nicht gegeben. Denn 1965 stand der 17-jährige Tony Iommi, Sohn eines italienischen Zimmermanns aus Aston, einem Arbeiterviertel im Nordosten von Birmingham, kurz vor der Erfüllung seines Lebenstraums, als Gitarrist einer lokalen Combo auf Europatour zu gehen.



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