Bobby Womack – Bobby will bleiben


Nicht alle Kritiker teilten seine Selbsteinschätzung, als er sich und sein letztes Album "The Last Soulman" nannte. Jetzt wischte der Souler auf deutschen Bühnen diese Zweifel mit einem Handstrich beiseite

Es war eine Herausforderung. Im Flugzeug dachte ich noch: ,Na ja, vielleicht denken sie, ich bin schon ein bißchen zu alt?‘ Für euch hier bin ich ja fast ein neuer Künstler. Also konnte ich nur sagen: Beweise ihnen, wer du bist!“

Nichts anderes tat Bobby Womack, als er jüngst nach langen Jahren des Wartens („Ich wollte schon immer kommen, aber wenn mich niemand bucht…“) erstmals bundesdeutsche Bühnen inklusive Publikum im Sturm eroberte. Der selbsternannte „Last Soulman“ hat nicht einen Cent Kraft abgegeben. In dieser Hinsicht hatten die Soul-Puristen hierzulande ja schon ihre Zweifel gehabt — nach Womacks „Living In A Box“-Coverversion und der leicht modernisierten Produktion des letzten Albums.

Der Mann, dessen wechselvolle Karriere einst an der Seite von Sam Cooke begann: „Ich sage immer: Laß niemals das Instrument mit dir spielen, sondern du spielst mit dem Instrument. Ich glaube immer noch an Texte und eine gute Melodie.“

Womack hat es in deutschen Landen so gut gefallen, daß er, nach Auslaufen seines US-Deals, sogar eine Übersiedlung in Erwägung zieht. Vorausgesetzt, er würde hier einen guten Vertrag bekommen, der auch seinem Co-Produzenten Rusty Hamilton und der wunderbaren Alltrinua Grayson Solo-Platten ermöglicht.

Womack: „Was wäre die geeignete Plattenfirma für mich hier? Ihr müßt doch eine Plattenfirma hier haben — schließlich habt ihr auch Mercedes …“