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Boom Box: OVO ist das schön – Drake und das Labelgeschäft

Dein Radio klingt wie Drake. Die Kombination aus harten Drums und soften Zeilen hat den zeitgenössischen Pop geprägt wie wenig sonst. Was dabei oft übersehen wird: Der Swag des Kanadiers ist kein Geistesblitz, sondern das Produkt eines Kollektivs von beinahe altmodischem Zuschnitt. Blitzte man durchs Studioschlüsselloch, würde man Zeuge, wie Partynextdoor einen neuen Hit schreibt, Boi-1da die fetten Beats aus dem Zipdrive holt und Noah „40“ Shebib an den Reglern den Shit weich macht. Kurz: Wenn Drizzy mal wieder den Sommer reguliert, dann liegt’s auch an seinen Kumpanen.

Der 21-jährige Partynextdoor zum Beispiel hat als Co-Autor und Backgroundsänger das Drake-Album NOTHING WAS THE SAME mitgeprägt, ähnlich wie The Weeknd den Vorgänger TAKE CARE. Auch er versteht sich auf heißkalten Designer-Soul, doch sind seine Songs meist etwas dynamischer und weniger morbide orchestriert. Partynextdoors „Innanetalbum“ II weicht von der bekannten Linie kaum ab, ist aber voll von großen Harmoniebögen und kleinen Spielereien, die den OVO/XO-Sound auch im August 2014 frisch halten. Auf „Recognize“ gibt es zudem einen Weltklasse-Part von Drake, der nichts neu, aber trotzdem alles richtig macht.

Noch mehr Kleinerdrei bekommen diesen Sommer nur Majid Jordan. Das Duo war bereits auf Drakes unmittelbar unsterblicher Hymne „Hold On, We’re Going Home“ zu hören. Auf ihrer ersten eigenen EP „A Place Like This“ halbschlafwandeln sie mit beeindruckender Stilsicherheit zwischen dem Blue Eyed Funk von Jamiroquai, unverschämt knusprigem Vierviertelpop und einer Art Meta-TripHop. Ganz so, als wären in Burial plötzlich Quincy-Jones-Fantasien erwacht.

Wer davon nicht genug bekommt, besorgt sich die „Afterhours“-EP (2013) mit Stilübungen in Boogie, Dub und Engtanzfolk. Außerdem heißt ein Lied allen Ernstes „Chill Pad Deluxe“.

Diese und weitere Kolumnen sind in der September-Ausgabe des Musikexpress erschienen – seit 14. August am Kiosk und im App-Store erhältlich.


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