Chris Cornell ist tot

Chris Cornell ist tot. Der Musiker (Soundgarden, Audioslave, Temple Of The Dog, Prophets Of Rage) starb am Mittwoch im Alter von 52 Jahren in Detroit, nachdem Soundgarden dort ein Konzert im Fox Theatre gaben. Dies bestätigte sein Agent Brian Bumbery der Nachrichtenagentur AP. Demnach starb Cornell „überraschend und unerwartet“. Seine Familie wolle zur Klärung der Todesursache eng mit Gerichtsmedizinern zusammenarbeiten und bittet darum, ihre Privatsphäre zu wahren.

Chris Cornell war einer der bekanntesten und wichtigsten Rocksänger der Gegenwart. Am einflussreichsten war er als Sänger und Songschreiber der Grungerockband Soundgarden, die er 1984 in Seattle gründete und mit ihnen insgesamt sechs Alben veröffentlichte. 1997 lösten sie sich auf und fanden 2010 wieder zusammen. 2012 erschien ihr aktuelles Album KING ANIMAL. Ein neues Album war in Arbeit, eine Tour war bereits in vollem Gange.

Cornell war auch neben Soundgarden einer der maßgeblichen Protagonisten der Grungeszene Seattles. Mit späteren Mitgliedern von Pearl Jam gründete er Temple Of The Dog, Soundgardens Drummer Matt Cameron stieg wieder später bei Pearl Jam und trommelte seit Soundgardens Reunion in beiden Bands. Zwei Jahre nach der Auflösung von Soundgarden veröffentlichte Cornell sein Solodebüt EUPHORIA MORNING, es folgten bis 2015 drei weitere Soloplatten. 2001 gründete Cornell mit ehemaligen Mitgliedern von Rage Against The Machine Audioslave, gemeinsam brachten sie drei Alben heraus, bevor sie sich 2007 wieder auflösten. 2006 lieferte er mit „You Know My Name“ den Bond-Song zu „Casino Royale“. Zuletzt trat Cornell mit den Prophets Of Rage auf.

Seht hier einen Auftritt von Cornell aus dem Jahr 2007, bei dem er sich selbst coverte: „Say Hello 2 Heaven“ hat Cornell 1990 für das Grunge-Projekt Temple Of The Dog geschrieben und gesungen. Die Band gründete er zu Ehren seines Mitbewohners und Freundes Andrew Wood (Mother Love Bone), der an einer Überdosis Heroin starb.

„Say Hello 2 Heaven“ sang Chris Cornell erst vor rund anderthalb Jahren aus traurigem Anlass: Er erinnerte damit an den am 4. Dezember 2015 verstorbenen Scott Weiland, der in den Neunzigern als Sänger der Stone Temple Pilots ein Weggefährte von Cornell war.


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