Das war die ME-Klubtour 2018 mit Haiyti, Mount Kimbie, Schnipo Schranke, Isolation Berlin und vielen mehr

Der Startschuss zur Tour fiel in diesem Jahr in der Hauptstadt, die einmal mehr zeigte, was man derzeit unter dem Unbegriff „Indie“ fassen könnte, würde der nicht ohnehin viel zu kurz greifen. Die robustere Spielart des punkgeschulten Indierock (Kann Karate), wolkig-leichter Electropop-Sound und Bassgrundierung (Yukno), unheilvolle Klangkulissen zwischen Wave und Postpunk (Der Ringer) und existenzielle Verzweiflung (Isolation Berlin). „Die Leute reden so viel Blech, mir wird ganz schlecht“, würgte Iso-B-Frontmann Tobi Bamborschke zum Schluss noch hoch. „Die Leute“ hier in Berlin liebten ihn natürlich trotzdem – oder gerade deshalb.

Weniger German Angst, mehr blanker Fun, so könnte das Motto in Köln gelautet haben. Die Show begann mit Flut aus Österreich und einem Sound, den man so schon lang nicht mehr gehört hat: irgendwas zwischen romantischem Sextourismus und glitschig genialem 80er-Stadionrock. Gleich hinterher: Swutscher aus Norddeutschland, die vielleicht ersten, bei denen dieser Zusatz sexy klingt. Als Kontrast traten dann Lea Porcelain mit fragil Elektronischem auf. Bei Schnipo Schranke herrschte aber wieder pure Wärme. Das Publikum lieferte Polonaise statt Pogo, das Pop-Duo aus Hamburg als Gegenleistung kluge Hits.

Apropos Hamburg: Auf St. Pauli packte Haiyti mit Reezy, Antifuchs, Jomo und Blvth HipHop wieder auf die Karte – und brauchte dafür nicht mal die Beginner. Der heimliche Headliner des dritten Stopps der MUSIKEXPRESS Klubtour Cool Nights powered by Wodka Gorbatschow war allerdings Autotune. Haiytis ikonischer „Citytarif“-Ausruf ohne diesen schrillen Tonhöhenverzerrer? Unvorstellbar! Dieser Wahnsinnssound straight outta Trap-Heaven also sorgte dafür, dass die Luft hier kontinuierlich zum Brennen gebracht wurde.

München rundete die diesjährige Tour mit einem elektronischen Line-up ab, das Herzen zum Schmelzen brachte: Mount Kimbie, Weval, Perel und Kid Simius ließen die Nacht zum Tag werden, obwohl doch erst Donnerstag war und man das so bislang eigentlich nur aus never sleeping Berlin kannte. Immer ein gutes Zeichen für einen gelungenen Abend: wenn man die Running Order auch locker hätte umdrehen können. Denn bereits zum frühen Set von Perel, der ersten deutschen Künstlerin, die bei DFA Records unter Vertrag genommen wurde und dadurch derzeit die internationale Clubszene aufmischt, war der Dancefloor schon so voll, dass es kaum noch hätte wilder werden können.

Seht hier auch unser Abschlussvideo zur ME-Klubtour 2018 mit Uli Brase:

Danke an alle, die mit uns gefeiert haben! Wir sehen uns 2019 bei der nächsten MUSIKEXPRESS Klubtour Cool Nights powered by Wodka Gorbatschow!