Der Britpop ist tot! Lang lebe der Britpop


Travis – Nette Menschen machen schöne Musik: Zwei Mal innerhalb weniger Monate bereisten die Ober-Sympathiker im Frühjahr mit ihrem Erfolgsalbum „The Man Who“ die Konzertsäle und blieben dabei ihrer Linie treu: unprätentiös, musikalisch bewandert und songtechnisch brillant. Inklusive lustiger Coverversionen (Britney Spears.The Band).

Radiohead – Außer zweier hyper-exclusiver Konzerte in Berlin bekam der Fan hierzulande wenig zu sehen von Radiohead. Wer zur regulären Tour im Spätsommer ins benachbarte Ausland reiste, sah eine unerwartet Gitarrenrock-geprägte Show im von den eigensinnigen Oxfordern selbst mitgebrachten Zirkuszelt. Überraschend.

Muse – Das Trio um Matt Bellamy, hagerer Sänger mit dem gewissen gehetzten Thom-Yorke-Timbre in der Stimme, bot Zuflucht für Leute, denen sich Radiohead zu rar machen oder zu elektronisch aufführen.

Richard Ashcroft – Er war hier. Ganz allein mit vielen Begleitmusikern. Und mit Sonnenbrille. Verve sind Geschichte. Er ist Gegenwart. Mit neuen musikalischen Ansätzen und den alten Verve-Klassikern im breitwandigen Tränendrüsenformat. Mit Style im Hemd und Soul in der Stimme. Und mit bewegenden Konzerten.

Placebo – Ein bisschen wütender und mit weniger kessen Bühnenfummeln als früher kam Britrock-Schnuckel Brian Molko mit seinen Männern im Spätherbst vorbei, um ein bisschen dem derzeitigen Sinfonik-Trend im englischen Gitarrenrock gegen zu steuern.