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Der Zitateprinz: „Stranger Things“- und „Es“-Star Finn Wolfhard dreht mit neuer Band auf

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„Don’t ask me why I’m cool!“

Als Kinoheld der Generation Z kann sich Finn Wolfhard vor Aufträgen kaum retten. Nicht nur, dass der 17-Jährige auch in diesem Jahr in mehreren Filmen präsent ist. 2021 soll man ihn in „Ghostbusters: Afterlife“ zu sehen und in „Pinocchio“ zumindest zu hören bekommen. Neben dem Kino trat Wolfhard in TV-Serien wie „Supernatural“ und „Home Movie: The Princess Bride“ auf. Außerdem war er Stargast in Webformaten wie „Ten Minute Power Hour“ und Podcasts wie „Lackluster Video“.

Schon neben Calpurnia Plan für The Aubreys

Schauspieler und Voiceactor zu werden, wäre für Finn Wolfhard nicht möglich gewesen, wenn er nicht in Musikvideos entdeckt worden wäre. Schon 2012 stand er mit zehn Jahren vor der Kamera, damals für den Clip zum Song „Retro Oceans“ der Indieband Facts aus Vancouver. 2014 lernte er bei den Dreharbeiten zu „Guilt Trip“ der Punkrocker PUP Malcolm Farwuhar Craig kennen. Die beiden Jungs bildeten den Grundstein für Calpurnia: Malcolm wurde Drummer, Finn Sänger und Gitarrist. Außerdem bauten sie noch vor Calpurnias Trennung im November 2019 das nächste Projekt auf.

 

Als The Aubreys haben sie jetzt ihre ersten eigenen Musikvideos draußen. Während sich Die Ärzte in ihrem Corona-Clip zu „Ein Lied Für Jetzt“ bemerkbar langweilten, riefen Wolfhard und Craig für „Loved One“ einfach ein paar Freunde und Fans auf, in der Quarantäne Party zu machen und sich dabei mit dem Smartphone zu filmen. Das Ergebnis ist um einiges witziger und lebendiger geraten, auch weil Finn das nötige Gespür für Singalongs besitzt. Der Titel „Loved One“ gehört zu der EP Soda & Pie, die im März veröffentlicht wurde.

 

80er-Retromanie in Person

Mit der Netflix-Mysteryserie „Stranger Things“ (ab 2016) und den beiden Neuverfilmungen von Stephen Kings „Es“ (2017/2019) wurde Wolfhard zur Verkörperung der 80er-Jahre-Retromanie. In seinen großen Augen sahen die erwachsenen Zuschauer*innen die scheinbare Unschuld ihrer eigenen idealisierten Kindheit. Wolfhard wurde außerdem zum Teenieidol einer Jugend, die eigentlich das Kino, das Fernsehen und die Rockmusik hinter sich gelassen hat – so dachte man zumindest.

Mit den Aubreys führt er den Indierock von Calpurnia etwas rauer fort und im Musikvideo zu „Smoke Bomb“ lebt er seine Vorliebe für Horrorfilme aus. Nachdem er in „Es“ und „The Turning“ mitspielte, wird nun sein Gesicht und das von Craig in Szenen aus Filmklassikern gesetzt. Diese Meme-Optik des Clips ähnelt dem witzigen Musikvideo zu „Vera Lynn“ des Indiesängers Anthony Green. „The Shining“, „A Nightmare on Elm Street“, „Predator“ und „Chucky – Die Mörderpuppe“ stammen natürlich aus den guten alten 80ern. Filmfans dürfen sich aber auch über „Der Exorzist“, „The Texas Chainsaw Massacre“ und „Der weiße Hai“ freuen. „Der weiße Hai“ diente freilich schon als Vorbild für das Poster zur zweiten Staffel „Stranger Things“.

Er ist das Zitat des Zitats

Das Ganze klappt wahrscheinlich nur in dem Bewusstsein, keineswegs etwas Neues zu machen – sozusagen als Zitat des Zitats zu leben. Nicht ungewöhnlich für einen heutigen Jugendlichen. Diesem kann dank YouTube und Wikipedia klar sein, dass etwa Lady Gaga in Musikvideos und Kostümen vor allem Madonna kopierte, die sich selbst an Marilyn Monroe orientierte.
Als großer Weezer-Fan trat Wolfhard bereits 2018 für Comedy Central als Rivers Cuomo auf, der wiederum Buddy Holly mimte. Außerdem überzeugte er Calpurnia, „Say It Ain’t So“ von Weezer zu covern. Im Gegenzug durften sie dann 2019 im Auftrag der alten Weezer als die jungen Weezer wiederum AHA nachspielen. Verwirrend? Ein bisschen. Und wer weiß, welche Band The Aubreys wohl als erstes covern und wen diejenigen bereits coverten?


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