„Dichtung und Wahrheit“ oder wie der HipHop nach Deutschland kam

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Der Begriff HipHop hat in den 1970er-Jahren vorerst in Amerika Bekanntheit erlangt. Als Pionier des Genres gilt auch heute noch Kool DJ Herc, der auf einer Party die tanzbaren Teile eines Songs aneinanderreihte und somit den ersten HipHop-Beat entwickelte. Von diesem Zeitpunkt an dauerte es fast zehn Jahre bis amerikanische Soldaten das Genre auch nach Deutschland brachten. In einer ARD-Doku berichten Zeitzeug*innen nun von den Anfängen des HipHops in Deutschland und erzählen, welche Rolle Frankfurt dabei gespielt hat.

Zeitzeug*innen und Szenelegenden wie Moses Pelham, Azad, Sabrina Setlur und D-Flame sprechen über ihre persönlichen Perspektiven auf diese Zeit und was sie dazu inspiriert hat, der Bewegung zu folgen und sogar ein Teil von ihr zu werden. Dabei beantworten sie persönliche und ungefilterte Fragen zu ihrer Geschichte.

Moses Pelham: „HipHop war für mich als Kind schon ein Weg, darauf aufmerksam zu machen, dass es mich gibt.“

In Frankfurt treffen Banken und Wolkenkratzer auf Drogen und Alte Weiße Männer auf Kriminalität und Armut. Die Straßen der Banker und Dealer sind mit Rassismus gepflastert. Für junge Menschen ist es also der perfekte Ort, sich selbst zu verlieren. Sie befinden sich zu dieser Zeit auf der Suche nach einem Ventil, einem Sprachrohr oder einer Gemeinschaft, in der sie nicht untergehen, sondern ganz oben mitspielen können. Sie wollen nicht hinnehmen was passiert, sie wollen es aussprechen und darauf aufmerksam machen, dass es sie gibt. Der HipHop gibt ihnen diese Möglichkeit. Kurz darauf waren es nicht mehr nur Vorstadtkids und Szeneclubs die diese Musik spielten, HipHop hatte ganz Deutschland in seinen Bann gezogen.

„Dichtung und Wahrheit“ ist eine vierteilige Dokumentation und kann derzeit in der ARD-Mediathek abgerufen werden. Am 23. und 30. September sowie am 7. und 14. Oktober soll die Doku zudem im HR-Fernsehen ausgestrahlt werden.


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