Disco DDR

Rico Spanes und Moses P. aus Frankfurt geben der DDR Nachhilfe In Sachen Hip Hop. Rap-Premiere Im Ost-Berliner Palast der Republik.

Trost für die Deutschen (West), die die neuen US-Trends mit einem halben Jahr Verspätung mitkriegen: Die Teutonen-Kids (Ost) warten noch länger. Erst jetzt raffte sich das sozialistische Kulturministerium dazu auf, beim alljährlichen „Jugendtanz“ im Palast der Republik auch Hip Hop live auf die Bühne zu bringen.

Die Botschafter der schwarzen Tanzmusik kamen pikanterweise vom Main. Rico Sparks und Moses R, zuletzt mit „Twilight Zone“ in den West-Charts, benahmen sich denn auch so, wie man es von Frankfurter GI-Kindern bei ihrem Erstkontakt mit dem real existierenden Sozialismus erwartet: Trabis schaukeln, VoPos veräppeln und Cola (Ost) angewidert ausspucken.

Doch während sich draußen der Mond langsam zur Sichel formte, ging drinnen der Dance-Hammer ab. Wo sonst das Flanell-Grau der Volkskammer herrscht, zuckten die kunterbunten Tanzbeine, angereist von Leipzig bis Dresden. Kein Wunder, denn „Jugendtanz“ wäre auch in Wesl-Berlin der Hit:

drei Diskotheken, zwei Live-Bühnen, Breakdance-Shows, Skater-Wettbewerbe – und das alles für schlappe zwei Mark (Ost) Eintritt.

Einziger Unterschied zu den West-Nächten für Moses P.: „Die Mädels sind total ausgerastet, haben die Papp-Wand zum Backstage-Bereich eingetreten und uns scharenweise abgeküßt.“

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