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„Disenchantment“ auf Netflix: Mittelalter-Langeweile von Papa Simpson

Netflix hat „Simpsons“-Schöpfer Matt Groening ausgegraben. Nachdem er uns mit „Futurama“ die Zukunft und seit 29 – also zu vielen – Jahren die Gegenwart in Springfield vor die müden Augen führt, spielt seine neue Zeichentrickserie im mittelalterlichen Königreich „Dreamland“.

Ebenso einfallslos wie dieser Name geht sich auch die erste Staffel an: Notdürftige Animation und vorhersehbare Gags, die man alle aus den Vorgängerserien zu kennen glaubt oder tatsächlich kennt, und bei denen nicht klar wird, wer das Zielpublikum sein soll. Vielleicht einfach nur Groening-Geeks? Die bekommen zumindest gleich in der ersten Folge einen Insider aus der zweiten „Simpsons“-Staffel serviert: mit einer Paraphrasierung des legendären Rats an die junge Marge „Ladys kneifen sich, Huren nehmen Rouge“. Dazu wird im US-Original der Vater der Hauptfigur Prinzessin Tiabenie, König Zøg, von John DiMaggio gesprochen, der schon Bender aus „Futurama“ vertonte.

Natürlich gibt es „Game of Thrones“-Verweise

Auch andere Stimmen aus der Galaxis Groenings wie die von Fry, Kif Kroker und Agnes Skinner tauchen wieder auf. Die fünfte Episode „Faster, Princess! Kill! Kill!“ zwinkert Russ Meyer zu. Und natürlich muss es auch Verweise auf „Game Of Thrones“ geben, etwa wenn der für Tiabeanie bestimmte Prinz unmittelbar vor der Zwangsheirat der beiden aus Unachtsamkeit in einem Thron aus Schwertern sein idiotisches Ende findet.

Klar, Groening hat die Anspielung zur Kunstform im Cartoon erhoben. Seine zahlreichen Pioniertaten will ihm keiner nehmen. Aber die Abenteuer der rebellischen, wie Homer und Bender dem Alkohol zugeneigten Prinzessin „Bean“ und ihrer Gefährten, dem Elfen Elfo (ja, der heißt so) und dem Dämonen Luci (ja, auch der heißt so) interessieren noch weniger als die letzten 20 Jahre der „Simpsons“.

Der Titel spricht Bände

Hinzu kommt erschwerend und daher ermüdend, dass die Episoden jeweils mindestens fünf Minuten länger sind Folgen vergleichbarer Serien wie „Family Guy“ – die übrigens auch in ihrer 16. Staffel nichts von ihrem Biss verloren hat und eindrucksvoll beweist, dass Formate dieser Art auch auf Langstrecke brillieren können. Bei „Disenchantment“ wünscht man sich dagegen fast die Lachorgel zurück, um zumindest zu wissen, wann eine Pointe danebengeht. Der ungelenke Titel der Serie lässt sich mit „Enttäuschung“ übersetzen, aber wo keine Erwartung, da auch keine Enttäuschung.

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