Eigentlich müsste man diese Band hassen: Citizens!

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Eigentlich müsste man diese Band hassen, noch bevor man einen einzigen Ton von ihr gehört hat: Auf Pressebildern sehen Citizens! mit ihren Seitenscheiteln, aufgekrempelten Skinny-Jeans, farbigen Socken und Lederschuhen aus, als wären sie einem Topman-Katalog entsprungen. Drummer Mike Evans lässt sich gar ein verwegenes Schnurrbärtchen stehen. Wie viel Hipstertum kann man 2012 noch vertragen?

Doch wider Erwarten schert sich die Band nicht viel um Styles: „ Wir wollen glaubwürdige, interessante Popmusik machen“, sagt Sänger Tom Burke. „Es gibt kaum noch Bands, die das tun, und die, die es versuchen, produzieren furchtbaren Kommerz-Mist.“ Bei der Suche nach der guten Sorte Pop half Franz-Ferdinand-Kopf Alex Kapranos, der das im Mai erscheinende Debütalbum Here We Are produzierte. „Alex hat ständig hinterfragt, was wir taten, und uns gezwungen, jede unserer Entscheidungen zu begründen“, erzählt Burke. „Wir hatten eine fixe Regel, die wir an die Studiowand schrieben: Keine zwei Bestandteile eines Songs durften klingen, als seien sie irgendwie miteinander verwandt.“ Irgendwie ist daraus dennoch eine äußerst eingängige Indie-Pop-Platte entstanden, auf der sich alle Teile gut zusammenfügen. Aber der Schnurrbart muss ab, Mr. Evans!


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