Zum ESC 2018: Die 10 absurdesten Beiträge in der Geschichte des „Eurovision Song Contest“

Am 12. Mai 2018 findet wieder die Endrunde des „Eurovision Song Contest“ statt. Gastgeberland ist dieses Jahr Portugal, weil 2017 Salvador Sobral mit dem Song „Amar Pelos Dois“ in Kiew gewann. Ausnahmsweise ein eher schlichter und weniger kurioser ESC-Auftritte im Vergleich der vergangenen Jahre – Sobral trat ganz minimalistisch, nur in schwarz gekleidet vor seinem Mikrofonständer auf.

Zwischen dem 8. und 10. Mai liefen die beiden Halbfinalrunden (hier unsere ausführlichen Beobachtungen zu Runde 1 sowie zu Runde 2), am Samstag steht das Finale an. Extreme Überraschungen sind auch dieses Jahr eher nicht zu erwarten, ein Blick in die Geschichte des „Eurovision Song Contest“ nämlich zeigt: Grotesker als in den letzten 62 Jahren kann der ESC 2018 unmöglich werden. (SW)

Die 10 absurdesten ESC-Beiträge aller Zeiten

1. Dustin The Turkey – „Irelande Douze Points”

Aus Irland, 2008 in Belgrad – Ergebnis: schon im Halbfinale rausgeflogen.

Man kann sich das noch zehnmal anschauen, und die Fassungslosigkeit steht einem immer wieder ins Gesicht geschrieben. Offensichtlich hatte der Seriengewinner Irland keinen Bock, sich einmal mehr die sauteure ESC-Produktion ins Land zu holen.

2. Jahn „Mil etter mil”

Aus Norwegen, 1978 in Paris – Ergebnis: Platz 20

Es ist wohl einfach so: Der Mann (im durchaus zeitgemäßen New-Wave-Outfit) will zu viel. Und deshalb kriegt man dann auch viel zu viel. Vielleicht finden wir eine Erklärung hierfür im Inhalt seines Liedes. Wikipedia behauptet: „The song is a ballad, with Teigen describing his long journey to find someone and telling this person that he simply cannot walk any further – having walked “mile after mile” already.” Achso.

3. Anne-Marie B. – „Frère Jacques”

Aus Luxemburg, 1977 in London – Ergebnis: Platz 16

Vom Discofieber gepackt und vom Discofieber beinahe ganz dahin gerafft. Nur echt mit dem händischen Glockenschlag aus der Orchesterecke (Anita Ward muss doch vor Neid geplatzt sein). Doch leider wurde die Chance verschenkt, den ersten Disco-Kanon hinzulegen, hatte der Titel das doch so nahe gelegt.

4. Kojo – „Nuku Pommiin”

Aus Finnland, 1982 in Harrogate – Ergebnis: 18. und letzter Platz (null Punkte)

Der Mann setzte die Tradition der eigenwilligen Beiträge aus Finnland fort. Aus heutiger Sicht hat das Ding aber doch neben einem interessanten fast schon Progrock-tauglichen Arrangement einen gewissen Schmiss. Das Bumm-Bumm auf der Pauke und die hysterischen Trompeten im Refrain unterstreichen zudem das inhaltliche Anliegen in der Zeit des Kalten Kriegs: Wenn die Atombombe einschlägt, ist es besser, man schläft gerade tief und fest.

5. Stone + Stone – „Verliebt in dich”

Aus Deutschland, 1995 in Dublin – Ergebnis: Platz 23

Wem es hier nach ca. einer Minute noch nicht die Schuhe ausgezogen hat, der hat offenkundig sehr eng sitzende Schuhe an.

6. Bob Martin – „Wohin, kleines Pony?”

Aus Österreich, 1957 in Frankfurt – Ergebnis: Platz 10

Freilich war es das oberste Anliegen der Unterhaltungsbranche in den 50ern, die Welt in rosigsten Farben zu malen. Aber soo rosig? Auch wie die Reime hier schier übereinander herfallen. Und ehrlich gesagt wirkt die Pony-Fixiertheit dieses Mann aus heutiger Sicht auch etwas … seltsam.

7. Fredi & Friends – „Pump Pump”

Aus Finnland, 1976 in Den Haag – Ergebnis: Platz 11

Keine Frage, die 70er hatten einfach mehr Schwung. Und Fredi echte Freunde, die mit ihm sehr fröhlich und empathisch trällerten, keine fiesen facebook friends, die ihn im nächsten Moment vielleicht schon aufgrund irgendwelcher Äußerlichkeiten ins Abseits mobben.

8. Seyyal Taner + Grup Locomotif „Sarkim sevgi üstüne”

Aus der Türkei, 1987 in Brüssel – Ergebnis: Platz 22

Nun, über die musikalischen Qualitäten könnte man sich ja vielleicht noch unterhalten … wenn es einem nur gelingen würde, sich auf irgendwas anderes zu konzentrieren als dieses Gehopse. Andere Länder, andere Choreographien.

9. Black Lace – „Mary Ann”

Aus Großbritannien, 1979 in Jerusalem – Ergebnis: Platz 7

„Chef, Smokie haben gerade zurückgerufen, sie wollen nicht mitmachen!” “Hm, dann muss es eben anders gehen …”

https://www.youtube.com/watch?v=IHlmtWpFMd8

10. Carlos Paiao – “Playback”

Aus Portugal, 1981, in Dublin – Ergebnis: Platz 18

Auch hier hätte man wohl die offensichtlichen kulturellen Unterschiede erst einmal in möglichst weinseliger Runde etwas länger ausdiskutieren müssen. Auf der anderen Seite: Schauen Sie sich mal heute innovativ gemeintes deutsches Kinderfernsehen von 1981 an! Da ging es ähnlich zu. (Und siehste: Aus Deutschland gab es hierfür auch acht Punkte – nicht vom Telefonpublikum, sondern von einer Jury, die das damals noch entschied.)


Das Heft

Jetzt den Newsletter abonnieren!

Jede Woche neu: alle Nachrichten, Liveberichte, Gewinnspiele, Rezensionen, Videos, Charts, Listen und mehr!

und möchte, dass die Axel Springer Mediahouse Berlin GmbH mir Newsletter mit Produktangeboten und/oder Medienangebote per E-Mail zuschickt. Meine Einwilligung kann ich jederzeit .

Bitte lies dazu unsere Datenschutzhinweise
Studie legt nahe: Nach dem ESC 2018 müssten die Deutschen glücklicher werden
Weiterlesen