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Gal Gadot erfährt Backlash für Kommentar zum Nahostkonflikt

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Die in Israel geborene Schauspielerin Gal Gadot hat sich in einem Kommentar auf Instagram zu der aktuellen Gewalt-Eskalation im Israel-Palästina-Konflikt geäußert und sich dafür viel Kritik eingehandelt. Die 36-Jährige schrieb unter dem Emoji eines gebrochenen Herzens den Text: „Mein Herz bricht. Mein Land befindet sich im Krieg. Ich mache mir Sorgen um meine Familie, meine Freunde. Ich mache mir Sorgen um mein Volk. Dies ist ein Teufelskreis, der schon viel zu lange andauert. Israel verdient es, als freie und sichere Nation zu leben, unsere Nachbarn verdienen dasselbe. Ich bete für die Opfer und ihre Familien, ich bete, dass diese unvorstellbare Feindseligkeit aufhört. Ich bete für unsere Führer, dass sie eine Lösung finden, damit wir Seite an Seite in Frieden leben können. Ich bete für bessere Tage.“

Gal Gadot sei „immer noch unfähig, die Existenz der Palästinenser anzuerkennen“

Auch wenn die „Wonder Woman“-Schauspielerin mit ihrem Statement vermutlich ein Zeichen für Einigkeit und Frieden in dem jahrzehntelang andauernden Nahostkonflikt setzen wollte, ging ihre Aktion anscheinend nach hinten los: Zahlreiche Journalist:innen, Fans und Betroffene kritisierten die Darstellerin für ihre Solidarität gegenüber Israel und dem freundlich konnotierten Begriff „Nachbarn“ während eines tagelangen Raketenangriffs. So schrieb etwa die feministische Website „Jezebel“, Gal Gadot sei „immer noch unfähig, die Existenz der Palästinenser anzuerkennen“, und auch der Schriftsteller und Aktivist Aaron Vallely meinte: „Gal Gadots Aussage ist weitaus schlimmer als das schwachsinnige Imagine-Video vom letzten Jahr. ,Frei und sicher‘. Derselbe Staat, der militärische Besatzung, Landraub und ethnische Säuberung gegen das Volk von Palästina verübt. #FreePalestine.“ Die Kritik an ihrem Statement spitzte sich nach kurzer Zeit so stark zu, dass Gal Gadot die Kommentarfunktion unter ihrem Post ausschaltete. Ungewollte Unterstützung erhielt die Schauspielerin für ihren Kommentar unterdessen von dem rechtskonservativen Texas-Senator Ted Cruz, der twitterte: „Gott segne Gal Gadot.“

Die Gewaltsituation in Israel und den palästinensischen Gebieten hat sich seit Beginn des Fastenmonats Ramadan zugespitzt und ist vor etwa einer Woche eskaliert, nachdem israelische Siedler:innen Land von Dutzenden Palästinenser:innen in Ost-Jerusalem eingefordert hatten und es heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg gegeben hatte. Als Reaktion darauf feuerte die radikalislamische Hamas mehr als 1.500 Raketen auf Jerusalem ab, woraufhin Israel mit eigenen Angriffen auf den Gaza-Streifen zurückschlug. „Die Eskalation löste international Befürchtungen eines erneuten Kriegs im Nahen Osten aus“, schreibt die „Zeit“. Bei den jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen und Bombardierungen zwischen militanten Palästinenser:innen und der israelischen Regierung sollen bisher mehr als hundert Menschen getötet und Hunderte verletzt worden sein, heißt es von Seiten der dortigen Behörden.


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