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Kritik

„Homecoming“ Staffel 2 auf Amazon Prime Video: Weniger ist mehr

„Komm‘ darüber hinweg“, prädigt ein mittelalter weißer US-Amerikaner von einem Plakat herab – und die Firma „Geist“ verspricht genau das. Ein wenig von ihrem Medikament, gewonnen aus roten Blüten, und schon wird alles gut. Das galt auch für die Soldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung in der ersten „Homecoming“-Staffel auf Amazon Prime Video. Sie lebten in einem Komplex irgendwo in Florida, bekamen das Mittel beim Essen untergejubelt. Das vorgeschobene Ziel: Ihre Traumata überwinden. Tatsächlich löschte die Einrichtung aber ihr Gedächtnis, ohne das sie es wussten. Es war klar, dass dieses Vorgehen nicht ewig unbemerkt und ohne Konsequenzen bleiben würde. Überaus nützlich und wenig überraschend zugleich interessieren sich in der zweiten Staffel daher auch mächtige Player für die Wunderblüte und das Unternehmen „Geist“ – und das obwohl das sogenannte „Homecoming“-Projekt gescheitert schien.

So viel sei zur Handlung verraten: In den neuen Folgen sehen wir Walter Cruz (Stephan James), den Soldaten aus der ersten Staffel, der sich aufs Land zurückgezogen hat und dort an seiner Veranda arbeitet, als ihn Flashbacks ereilen. Auch die neue Protagonistin, (anscheinend) Ex-Soldatin Janelle Monáe, kämpft mit ihren eigenen Dämonen und erwacht auf einem See im Nirgendwo, während sie jemand am Uferrand beobachtet. Was hat sie auf dem See verloren, und überhaupt, wer ist sie? Unterdessen wehrt sich Gründer Leonard Geist (Chris Cooper) gegen die neuen mächtigen Interessenten an „Geist“, die sein Lebenswerk übernehmen und für ihre Zwecke missbrauchen wollen. „Homecoming“ zeichnet sich vor allem durch drei Stärken aus: Die Kürze (rund 30 Minuten pro Folge), den Sam-Esmail-Look (der „Mr. Robot“-Showrunner fungiert auch als auführender Produzent) und die dialoggetriebene Handlung mit hervorragendem Darsteller*innen.

Auf den Punkt

Wer heute neue Serien sucht, erschrickt oft angesichts hunderter Folgen oder dutzender Staffeln. „Homecoming“ mit seinen sieben Folgen lässt sich in etwa dreieinhalb Stunden beenden und folgt zielstrebig seinem Plot. Wie schon in Staffel 1 bewegt sich das Format dabei zwar auf verschiedenen Zeitebenen – bevor und nachdem Protagonist*innen ihre Erinnerung verlieren –, dennoch können Zuschauer*innen immer die Übersicht behalten. Es ist abzusehen, wie die Fäden zusammenlaufen, warum Leonard Geist sich gegen die Firmenübernahme sträubt, wieso Janelle Monáe sich an nichts mehr erinnert. In einer entscheidenden Episode fokussiert sich das Geschehen auf einen Showdown im Wald – keinerlei Nebenstrang findet darin statt, die Folge dauert nur 23 Minuten. Keine Minute zu wenig, keine zu viel. Das ist das Geniale.



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