„Justice League“: Regisseur Zack Snyder hat den Film nie gesehen

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Das „Wall Street Journal“ hat sich zuletzt auf die Suche nach dem von vielen Superhelden-Fans geforderten „Snyder Cut“ des Kino-Flops „Justice League“ gemacht. Zack Snyder hat beim Film, der im November 2017 von der Kritik verrissen und zum finanziellen Fiasko für Warner Bros. wurde, Regie geführt. Der Dreh des „Avengers“-Gegenstücks verlief zuvor katastrophal. Snyder verließ das Projekt, und zwar kurz bevor wichtige Nachdrehs anstanden, die das Budget des Films ins Absurde trieben.

Zack Snyder

Anfang 2017 nahm sich Snyders Tochter im Alter von 20 Jahren das Leben. Doch der Filmemacher wollte das Großprojekt noch beenden, schrieb weitere Drehbuchseiten für Nachdrehs und bereitete sich auf die finalen Szenen vor. Doch dann, im März 2017, verließ er das Projekt doch. Offiziell mit der Begründung, er müsse den Tod seiner Tochter verkraften. Inoffiziell, dies kam fast ein Jahr später ans Licht, auch auf Druck vom Studio Warner Bros. Eine erste Schnittfassung von „Justice League“ wurde als „unwatchable“ eingeordnet, die Studiobosse waren nicht mit Snyders Arbeit zufrieden.

Snyder musste gehen, „Avengers“-Regisseur Joss Whedon wurde für die umfangreichen Nachdrehs engagiert und sollte den Tonfall des Films noch kurzfristig aufhellen. Was nicht funktioniert hat: Zum Kinostart wurde klar, dass bei „Justice League“ wahrscheinlich nie die Chance auf einen guten Film gegeben war. Ben Affleck scheint sich in jeder Szene unwohl zu fühlen, Chemie zwischen den Darstellern war kaum existent, die Computereffekte waren teilweise auf dem Niveau von vor 15 Jahren.

Fans fordern eine andere Schnittfassung

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Seit dem Kinostart fordern Fans von Batman, Superman und Wonder Woman nun den mysteriösen „Snyder Cut“, also die ursprüngliche Schnittfassung des gefeuerten Regisseurs. Doch warum sollte diese existieren? Wenn der Regisseur noch vor der Nachdrehs gefeuert wurde und dem Studio nur einen Rough Cut zeigen konnte, dann hat er logischerweise keine Fassung produzieren können, die man Zuschauern wirklich anbieten könnte. Effekte waren zum Zeitpunkt von Snyders Ausstieg noch nicht final, ganze Dialoge und Szenen fehlten noch und sollten erst nachgedreht werden.

Als das „Wall Street Journal“ nun trotzdem auf die Suche nach dem Cut ging, fanden sie heraus, wie gekränkt Snyder wirklich über den Ausstieg aus dem Projekt sein muss. Eine Sprecherin konnte keine Theorien zu einem von den Fans vermuteten Directors Cut bestätigen und teilte mit, dass Zack Snyder noch nicht einmal die Kinofassung von „Justice League“ angesehen hat. Grotesk, wenn man bedenkt, dass Zack Snyder im Abspann des Films immer noch als alleiniger Regisseur genannt wird.

Dave J Hogan

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