Kanye West beim Wireless 2026: Auch Londons Bürgermeister schockiert

Kanye West soll Headliner beim Wireless 2026 sein – nun schaltet sich auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan ein und distanziert sich von der umstrittenen Buchung.

Kanye West als Headliner beim Wireless 2026: Am 30. März wurde dies bekannt gegeben. Der Rapper, der unter dem Küntlernamen Ye auftritt, soll alle drei Nächte die Headline-Show des Festivals im Finsbury Park spielen.

Die Ankündigung stieß umgehend auf heftige Kritik. Gruppen wie der Jewish Leadership Council und die Campaign Against Antisemitism bezeichneten den geplanten Auftritt als unverantwortlich.

Antisemitische Aussagen

Ye ist dafür bekannt, in den vergangenen Jahren wiederholt antisemitische Aussagen getätigt zu haben. In Interviews leugnete er den Holocaust und bezeichnete sich selbst als Nazi. Im Mai 2025 veröffentlichte er einen Song mit dem Titel „Heil Hitler“ und brachte T-Shirts mit Hakenkreuzen auf den Markt. All dies hatte jedoch vergleichsweise geringe Konsequenzen für den Rapper. Er verlor lediglich Partnerschaften mit Marken wie Adidas, Gap und Balenciaga. Im Juli 2025 wurde ihm die Einreise nach Australien verboten. Seine Musikkarriere konnte er trotz der Kontroversen fortsetzen.

Album „Bully“ und öffentliche Entschuldigung

Ende März 2026 erschien sein Album „Bully“, dessen Release bereits mehrfach verschoben worden war. Im Vorfeld hatte sich Kanye West im Januar 2026 mit einer Entschuldigung zu Wort gemeldet: Er veröffentlichte einen offenen Brief im „The Wall Street Journal“ mit dem Titel „To those I’ve Hurt“, in dem er sich für sein Verhalten entschuldigte und einen Autounfall aus dem Jahr 2002, eine damit verbundene Hirnverletzung sowie seine bipolare Störung als Ursachen anführte.

Die Entschuldigung kam passenderweise kurz vor dem Release der neuen LP– und dürfte diese in ein besseres Licht gerückt haben. Vermutlich handelt es sich dabei um eine Marketingmaßnahme. Offenbar reichte dies aus, um den Musiker als Headliner beim Wireless zu etablieren.

Gemischte Reaktionen bei Fans und Politik

Das Booking löste gemischte Reaktionen aus. Auf X entbrannte eine Protestwelle. „Wenn das stimmt, ist das echt gruselig. Der Typ ist ein widerlicher Antisemit und Neonazi, der sich der schlimmsten Art von Fanatismus hingibt – dass ein großes Festival ihm eine Bühne bietet, ist schrecklich. Schämt euch, Wireless. Fuck Kanye West“, kommentierte eine Person.

Eine weitere Person schrieb: „Kanye West hat vor weniger als einem Jahr einen Song namens „Heil Hitler“ veröffentlicht und soll nun drei Abende lang als Headliner beim Wireless auftreten? Ich bin mir nicht sicher, ob eine Entschuldigung hier ausreicht! Es ist schwer zu behaupten, dass es eine „Cancel Culture“ gibt, wenn das tatsächlich stattfindet. Ich vermute, das wird für Kontroversen sorgen.“

Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan meldete sich zu Wort. In einem Pressestatement schrieb er: „Wir sind uns darüber im Klaren, dass die früheren Äußerungen und Handlungen dieses Künstlers beleidigend und falsch sind und keineswegs die Werte Londons widerspiegeln.“ Er fügte hinzu, dass die Entscheidung, Kanye West als Headliner zu buchen, allein bei den Festivalorganisatoren liege und sich das Rathaus sowie die lokale Politik Londons davon distanzierten.

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Comeback nach langer Pause

Zuletzt hatte West 2014 ein Headline-Set beim Wireless gespielt. 2016 zog er sich weitgehend aus dem Festival- und Tourneegeschäft zurück. Für 2026 hatte er ein großes Comeback beabsichtigt. Ob seine Auftritte wie geplant stattfinden werden, ist jedoch ungewiss: 2025 sollte er bereits beim Rubicon Hip Hop Festival in der Slowakei auftreten, doch seine Show wurde aufgrund von Protesten abgesagt.