Kollegah und Farid Bang waren in Auschwitz

Der Termin ging dann doch überraschend geräuschlos über die Bühne: Die Rapper Kollegah und Farid Bang haben die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz besucht. Die Rapper, die mit einer geschmacklosen bis antisemitischen Zeile auf ihrem Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ für einen Eklat sorgten, der schlussendlich für die Abschaffung des Musikpreises Echo sorgte, besuchten das ehemalige Vernichtungslager auf Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees.

„Eine Genugtuung für Auschwitz-Überlebende“

„Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“, rappte Farid Bang auf einem Bonus-Track des Albums, das sich 2017 so erfolgreich verkaufte, dass es im April mit dem Echo in der Kategorie „Hip-Hop/Urban National“ ausgezeichnet wurde. Am Abend der Preisverleihung hielt Campino eine Rede gegen die Rapper, Kollegah konterte wenig später und machte sich über den Hosen-Sänger lustig. Der Eklat um die Texte der Rapper bestimmte für einige Wochen die Medienlandschaft, Kollegah fiel schon in der Vergangenheit  mit antisemitischen Tendenzen in Musikvideos und Songtexten auf.

Nun zeigen die Rapper gemeinsam Reue und Interesse an der Geschichte des Holocaust. An der „Todeswand“ am Block 11 legten Kollegah und Farid Bang Blumen nieder, später am Donnerstag folgte ein Gespräch mit Jugendlichen aus Deutschland und Polen, die sich bei der Gedenkstätte engagieren. „Für die Auschwitz-Überlebenden ist der Besuch der Rapper eine Genugtuung und auch eine Geste an ihre jungen Fans, dass Hass, Menschenverachtung und Antisemitismus in keiner Kunst einen Platz haben sollten“, sagt Christoph Heubner, Teil des Komitees nach dem Termin.

Den Skandal um ihr Echo-prämiertes Album lassen sich die Rapper übrigens bald mit einer Remix-Edition zu „Jung, brutal, gutaussehend 3“ versilbern. Die Remix-Edition wird Ende Juni erscheinen, im ersten Song ist der Echo-Eklat natürlich gleich die Vorlage für diverse Lines.

https://www.youtube.com/watch?v=lG6Vm-Hm6n8

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