Highlight: Die 20 besten Momente aus 21 Jahren „Splash!“-Festival

Konzert gegen Fremdenhass: Casper, Marteria, Die Toten Hosen, K.I.Z., Kraftklub und Trettmann treten in Chemnitz auf

Casper und Marteria haben ein spontanes Gratiskonzert angekündigt. Die zwei Rapper werden am kommenden Montag in umittelbarer Nähe des Karl-Marx-Denkmals in Chemnitz auftreten – und damit dort, wo sich Deutschland seit einigen Tagen von seiner hässlichsten Seite zeigt.

Ursprünglich sollte das Konzert direkt am Karl-Marx-Kopf stattfinden. Wegen des nun erwarteten großen Andrangs wurde das Festival verlegt und findet 400 Meter weiter auf dem Parkplatz an der Johanniskirche statt.

Auf Twitter schrieb Casper am Dienstagabend: „MARTERIA UND ICH SPIELEN MONTAG AM KARL-MARX-KOPF IN CHEMNITZ! EINTRITT IST FREI. KOMMT ALLE!“

Kooperation

Casper und Marteria waren die ersten, die das Konzert am Montag ankündigten – sie werden aber nicht die einzigen Acts sein, die auftreten: Auch Die Toten Hosen, K.I.Z, Feine Sahne Fischfilet sowie die aus Chemnitz stammenden Kraftklub und Trettmann treten am 3. September in Chemnitzer Innenstadt gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt an.

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Ihr gemeinsames Statement:

„Tausende Leute ziehen durch Chemnitz, instrumentalisieren einen erbärmlichen Mord und jagen wieder Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe. Es geht ihnen nicht darum zu trauern, sondern um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. 

Es waren jedoch auch tausende Leute auf der Straße, die diese Hetze nicht hinnehmen wollten. Jede einzelne Person von euch feiern wir. Diesem rassistischen Mob hat man nicht unwidersprochen die Straße zu überlassen. Wir freuen uns, wenn noch viel mehr Leute den Arsch hochbekommen und wenn die Menschen, die sich diesen Zuständen immer wieder in den Weg stellen, auch mal Kraft tanken können. All den Menschen, die von den Neonazis angegriffen wurden, wollen wir zeigen, dass sie nicht alleine sind. 

Alle nach Karl-Marx-Stadt! Zusammen!“

Hitlergruß vor Polizisten und Fernsehkameras

In Chemnitz „demonstrierten“ nach einem Aufruf der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ am Sonntag und Montag hunderte Menschen teilweise offenkundig faschistisch gegen eine angebliche Überfremdung des Landes. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und den Gegendemonstranten. Einige Teilnehmer der als Mahnwache angekündigten Demonstration zeigten vor laufenden Kameras und auch für die Polizei gut sichtbar den Hitlergruß, tragen Nazi-Symbolik und Schlaghandschuhe, auf Plakaten standen dazu Sprüche wie „Wir sind bunt – bis es blutet“ und „(Kriminelle) Ausländer raus“. Exekutive und Staat schienen mit der Situation überfordert. Ein Polizeisprecher gab am Montagabend zu, dass mit so vielen Teilnehmern nicht gerechnet worden sei.

Auslöser für die Unruhen in Chemnitz war der Tod eines 35-jährigen Mannes aus Chemnitz nach einer Messerstecherei in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Herkunft der mutmaßlichen Täter – gegen einen Syrer und einen Iraker wurden Haftbefehle erlassen – wurde von einigen tatsächlich besorgten Bürgerinnen und Bürgern, Rechten, Rechtsradikalen und selbsterklärten Identitären als „Argument“ instrumentalisiert, ihre Fremdenfeindlichkeit offen und medienwirksam zur Schau zur stellen.

Casper und Marteria: Headliner-Auftritt bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ 2019

Casper und Marteria bringen am kommenden Freitag ihr gemeinsames Album 1982 heraus. Am Wochenende traten sie, neben u.a. Herbert Grönemeyer und Muff Potter, auf dem Anti-Rechts-Festival „Jamel rockt den Förster“ auf, am Montag wurden sie neben Die Ärzte als zweiter Headliner für „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ 2019 angekündigt. Daneben spielen sie weitere Open-Air-Konzerte in Hannover, Dresden, Hamburg, Berlin und Essen. „Rock am Ring“ ist mit über 60.000 verkauften Tickets bereits zu 2/3 ausverkauft.

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Lollapalooza Berlin 2019 vervollständigt Line-up – Marteria & Casper, Rita Ora und Kungs mit dabei
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