Highlight: Filme 2020: Das werden die Kino- und Streaming-Highlights des Jahres

Popkolumne, Folge 50

Lars Eidingers Aldi-Tüte, Billie Eilishs Bond-Song und Wheatus‘ Loser-Hymne „Teenage Dirtbag“ – Die Popwoche im Überblick

Ein bisschen Werbung in, wie sagt man so schön hüftsteif, eigener Sache (auch dafür wurden Kolumnen ja erfunden, oder?): Die Musikjournalistin Juliane Streich hat ein Buch herausgegeben. Ein Buch über Frauen, die die Popgeschichte geprägt haben. Und weil das Thema ähnlich erschöpfend ist wie der Komplex „Männer in der Popgeschichte“, erhebt der Band „These Girls“ auch gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Musikexpress fand’s gut, nun gehen die AutorInnen auf Lesereise – am Freitag in Leipzig, am Montag in Berlin und bald auch in Hamburg und Worms. Mein geschätzter Kolumnenkollege Linus Volkmann und ich haben auch mitgeschrieben. Falls das nun ein Grund sein sollte, nicht zur Buchvorstellung kommen: Ich lese nicht. Versprochen. (Kollege Volkmann schon – sorry, Hamburg.)

Skandal der Woche: Lars und die Tüte

Jaja, nach fast einer Woche hat nun schon so ziemlich jeder seinen Kommentar dazu ins Netz gehackt, was sich Schauspieler und Teilzeit-DJ Lars Eidinger jüngst ausgedacht hat – aber ich mag halt auch noch mal. Gemeinsam mit dem Luxustaschenhersteller Bree hat er einen Lederbeutel für 550 Euro entworfen, der dem Design der ikonischen Aldi-Nord-Tragetaschen nachempfunden ist. Dazu posierte er auf den Straßen Berlins, unter anderem mit Obdachlosen. So weit, so gedankenlos.

Das Erwartbare geschah: Es gab Hofberichterstattung, kritische bis giftige Kommentare und wüste Beschimpfungen. Natürlich wurden auf Twitter auch ärgerliche Interviewzitate hervorgekramt – Frauenfußball sei ein Fall für die „Paralympics“ –, selbstredend ohne kenntlich zu machen, dass die Aussagen von 2013 sind. (Das macht die Sache nicht besser, trägt aber immerhin der Möglichkeit Rechnung, dass Menschen und Meinungen sich ändern können.)

Glückwunsch, Lars: Ähnlich virtuos wusste in der vergangenen Woche nur Julia Klöckner mit ihrer kalkuliert kontroversen „Dorfkinder“-Kampagne die Sozialen Medien zu bespielen. Die war, den bocklosen Stock-Fotos sei Dank, zwar gefühlt erschwinglicher als eine Bree-Tasche, verrichtete aber bestens ihr Werk als Spaltpilz. Am Ende war die Eidinger-Aktion vor allem: ziemlich aufschlussreich.



„Mulan“, „Top Gun“, „007“, „Minions“ und „Marvel“: Die Trailer-Highlights vom Super Bowl 2020
Weiterlesen