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Loveparade 2010: laut Staatsanwaltschaft rechtswidrig

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Die Loveparade am 24. Juli 2010 hätte nicht genehmigt werden dürfen. Einem Zwischenbericht der Duisburger Staatsanwaltschaft zufolge wurde die Veranstaltung als rechtswidrig bezeichnet. Dies bestätigte auch Rolf Haferkamp, der zuständige Duisburger Oberstaatsanwalt. Obwohl der Bericht bereits am 17. Januar fertig gestellt worden war, wurde er bis zum Montag, dem 11. Juli nicht veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft schlussfolgert darin, dass die Mitarbeiter der Stadt ein unzulässiges Sicherheitskonzept ohne Bedenken übernommen haben und der leitende Polizeidirektor die Lage nicht rechtzeitig entschärft habe.

Des weiteren wird erwähnt, dass die „zwingend erforderliche Alarmierungs- und Lautsprecheranlage mit Vorrangschaltung für die Polizei“ nicht eingerichtet worden sei. Die Koordination der Ordnungshüter sei fehlerhaft gewesen, sodass die Besucherströme nicht gelenkt werden konnten. Wegen dieser Vorwürfe muss sich der Veranstalter der Techno-Party Lopavent auch verantworten.

Ansonsten besteht nun gegen 16 Personen ein Anfangsverdacht, die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung laufen bereits. Zu den Verdächtigen gehören der Polizeidirektor, elf Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte von Lopavent.

Von den Ermittlungen außen vor gelassen wird der Lopavent-Geschäftsführer Rainer Schaller, aber auch Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Noch sind diese Ermittlungen allerdings nicht abgeschlossen. Wegen der enormen Menge an Daten und mehr als 3.000 Zeugen werde es noch Monate dauern bis die Ermittlungen abgeschlossen sind und Anklage erhoben werden kann, so Oberstaatsanwalt Haferkamp.

Die WDR-Dokumentation „Die letzte Loveparade“ ist am 13. Juli um 23.30 Uhr im Ersten, sowie am 20. Juli um 20.15 im WDR zu sehen.


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