Spezial-Abo
Highlight: Musiker erzählen von den Abenteuern, die sie erlebt haben als die Berliner Mauer fiel

ME 02/20

Mit „Pet Shop Boys“-Special, Hotlist 2020, The Smiths und The Police: Der neue Musikexpress – jetzt am Kiosk!

Zum Einstieg wie immer unser „Making-Of“ aus dem hier beworbenen Printprodukt:

KLAR DOCH GEGEN ANTIANTIFASCHISTEN

Darf man mit Rechten reden? Ja. Muss man? Natürlich nicht. Alles dazwischen bleibt, wie wir finden, ein Fall für die Einzelfall-Prüfung. Es muss genau abgewägt werden zwischen Nutzen und Schaden, den man mutmaßlich anrichtet. Wir haben uns das Portrait des nur dürftig verschleiert rechtsradikalen Rappers Chris Ares im ME 12/19 bestimmt nicht abgerungen, weil wir uns davon interessante Einsichten in die Gedankenwelt und Argumentationen eines solchen Agitators erwartet haben. Vielmehr wollten wir an seinem doch einigermaßen erfolgreichen Beispiel deutlich machen, dass die Vermainstreamisierung rechtsextremer Inhalte, die seit Jahren voranschreitet, vor der Popmusik nicht haltmacht – und nun eben erste nennenswerte Anteile ihrer letzten wichtigen Jugend-Sparte erobert: des (Deutsch-)Rap.

Kritische Leserbriefe zu unserem Artikel hatten wir schon im letzten Heft abgedruckt. Inzwischen erreichten uns aber auch Beschwerden von einer Stelle, die Künstler uns gegenüber vertritt – gerade auch solche aus dem Deutschrap. (Namen wollen keine genannt werden, deshalb diese etwas umständliche Formulierung.) Wir schlugen daraufhin vor, mit diesen Künstlern öffentlich in unserem Magazin zu diskutieren: Wie stellt man sich gegen die Rechten, die in ihren Wirkungskreis drängen? Welche Öffentlichkeit dürfen wir diesen menschenverachtenden Propagandisten bieten?

Die Runde kam leider nicht zusammen. Absagegrund: Man wolle diesen Anti-Antifaschisten kein weiteres Forum bieten. Dafür haben wir Verständnis. Und wir finden es auch richtig und gut, dass man uns und wir uns gegenseitig genau auf die (Tipp-)Finger schauen. Wir nehmen die Kritik an und versuchen, gerade dort noch klarer zu sein, wo diese Klarheit offenbar besonders notwendig ist. Wo wir stehen, steht in der Überschrift.

Der Musikexpress 02/2020 – die Themen im Überblick:

Pet Shop Boys – Hauptstadtpopper

Berlin, Prenzlauer Berg, klassisches Musikindustriebüro. Neil Tennant und Chris Lowe sitzen hinter einem Vorhang. Eine passende Kulisse: Ein Gespräch mit den Pet Shop Boys hat immer auch etwas Theaterstückhaftes. Dieser Tage erscheint das 14. Album der beiden, es heißt HOTSPOT, wurde von Stuart Price in den Berliner Hansa Studios produziert und ist das Ende einer Trilogie. Vor allem aber ist es ein Album über Berlin.

The Smiths und Veggie-Pop – This Beautiful Creature Must Die

Andy Rourke sitzt mit seinen Bandkollegen in einem Diner. Es ist Vormittag, er ordert ein englisches Frühstück. Als es gebracht wird, verlassen die anderen demonstrativ den Tisch. Er bleibt allein zurück, starrt auf seinen Teller, dort liegen neben Toast und gebackenen Bohnen die Auslöser für die soziale Ächtung: Würstchen und Speck. In Zukunft wird er sein Essverhalten ändern. MEAT IS MURDER. Das wegweisende zweite Album von The Smiths wird 35 Jahre alt.



Gegen Spanner, Sexismus und Sackgesichter: Paulas Popwoche im Überblick
Weiterlesen