„Nicht mal das Mindeste“: Disarstar erhebt seine Stimme für Wohnungslose

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Auf Instagram hat der Hamburger Rapper Disarstar am Sonntag (16. Oktober) ein Video gepostet, in dem er sich für bessere Bedingungen für Wohnungslose in Deutschland ausspricht und dabei seine Worte mit einer besonderen Aktion unterstreicht.

Konkret wird Disarstar dabei gefilmt, wie er mehrere Metallstangen auf einer öffentlichen Mauer in Hamburg demontiert. Laut Vermutungen wurden die vom Rapper demontierten Metallstangen ursprünglich mit dem Ziel angebracht, vor allem wohnungslose Personen davon abzuhalten, sich auf der Mauer auszuruhen oder dort zu nächtigen. Nach dem Entfernen der Metallstangen richtet der Rapper auf der gewonnenen Fläche der Mauer ein Bett mit Decke, Kopfkissen und Blumenvase her. Zum Abschluss sprüht er die Worte „Nicht mal das Mindeste“ an die Wand seines Kunst-Szenarios. Unterlegt wird das Video von einem selbstverfassten Text, den der Rapper vorträgt.

Im Video möchte der Hamburger auf Ungleichheiten und Missstände aufmerksam machen

Darin parodiert Disarstar unter anderem das vermeintlich privilegierte Denken mancher Menschen: „’In Deutschland muss doch niemand obdachlos sein‘ sagen die aufgeklärten Neo-Liberalen gerne beim Sektfrühstück. Die Lebenskrise Obdachlosigkeit kann jedoch nahezu jeden treffen. Es gibt kein Recht auf Wohnung in Deutschland, und wer seine Miete nicht zahlen kann, landet auf der Straße. Ohne Wohnung findet man schwer Arbeit und ohne Arbeit schwer eine Wohnung (…).“

Weiter führt der Rapper an: „Ich wohne seit über zehn Jahren auf St. Pauli und beobachte allein nur in dieser Zeit die massive investoren-, und touristenfreundliche Aufschickung des Stadtkerns, die den Obdachlosen immer weniger Platz einräumt. (…) Die Obdachlosen, die der neoliberalen Ideologie nach eh einzig und allein selber Schuld an ihrer Situation sind, stören nunmal die Großstadtidylle. (…)“

#feindlichearchitektur und #defensivedesign – Reaktionen auf Social Media

Einige Musiker*innen sowie Personen des öffentlichen Lebens, darunter zum Beispiel Micha Fritz, Tristan Brusch, Alex Barbian, MINE und Lina Maly, kommentieren Disarstars Aktion auf Instagram mit unterstützenden Smileys und Zusprechungen.

Auch GoBanyo, eine gemeinnützige Organisation, die sich für den bedingungslosen Zugang zu Sanitäranlagen einsetzt, kommentiert den Beitrag mit dem Hashtag „#feindlichearchitektur“. Dazu schreibt sie: „#feindlichearchitektur ist staatlich angeordnete Gewalt an Menschen, die auf den Straßen überleben müssen. Danke, dass du ein Zeichen gegen diese Gewalt setzt. Und danke, dass du das aussprichst, was sich viele von uns nicht mehr trauen. Aus Angst davor, unseren gemeinnützigen Status zu verlieren. #itsatrap“

Disarstar selbst kommentiert seinen Beitrag mit dem Hashtag „#defensivedesign“.

 

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Disarstars Forderung nach Wohlstand für alle

Immer wieder thematisiert Disarstar soziale Ungerechtigkeit, Klassengesellschaft, Neo-Liberalismus und Kapitalismus. Im Abspann des Videos zu seiner Aktion ist ein Spendenaufruf für das Hamburger „CaFée mit Herz“ eingeblendet. Die Initiative verteilt täglich an Bedürftige Essen, Kleidung sowie Getränke. Zudem unterstützt sie Wohnungslose anhand von Duschkabinen, ärztlicher Versorgung sowie einer Sozialberatung.

Das Album ROLEX FÜR ALLE erscheint am 28. Oktober

Am 28. Oktober erscheint das neue Album ROLEX FÜR ALLE. Fünf darin enthaltene Songs („ALLE BROKE“ (feat. The Cratez), „ROLEX FÜR ALLE“, „HUNGER“, „SUPERGIRL“ und „PALACE WALLS“ (feat. DXVE)) sind bereits als Singles erschienen.

Disarstar Live in Deutschland, Schweiz und Österreich 2022 und 2023

Für diese Konzerte gibt es noch Tickets:

2022:

  • 29. Oktober: Rosenhof Osnabrück, Osnabrück
  • 30. Oktober: Die Pumpe, Kiel
  • 02. November: Grelle Forelle, Wien (Österreich)
  • 06. November: Garage Kleiner Klub, Saarbrücken
  • 09. November: Alte Feuerwache, Mannheim
  • 12. November: Zeche Bochum, Bochum
  • 16. November: KASSABLANCA, Jena

2023 – „ROLEX FÜR ALLE“-Tour

  • 05. Oktober: Jazzhaus, Freiburg
  • 06. Oktober: Dynamo, Zürich (Schweiz)
  • 08. Oktober: Hirsch, Nürnberg
  • 10. Oktober: Batschkapp, Frankfurt
  • 14. Oktober: Backstage Werk, München
  • 15. Oktober: Carlswerk Victoria, Köln
  • 16. Oktober: ASTRA Kulturhaus, Berlin
  • 18. Oktober: Felsenkeller, Leipzig
  • 19. Oktober: Capitol, Hannover
  • 20. Oktober: Sporthalle Hamburg, Hamburg


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