Peter Fox: Das hier sind seine 5 besten Songs – mit und ohne Seeed

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Bald 15 Jahre ist es her, dass Peter Fox alias Pierre Baigorry auf STADTAFFE die deutsche Musiklandschaft im Alleingang umkrempelte, nur um genauso schnell wieder in der Versenkung zu verschwinden – die Hauptband Seeed ging danach wieder vor. Mit „Zukunft Pink“ ist Peter Fox jetzt zurück (und erntete neben Lob auch Vorwürfe der kulturellen Aneignung), für 2023 stehen schon Festivalgigs auf dem Plan – Grund genug, sich die besten Songs des Berliners noch einmal anzuhören. Eine neue Platte wurde bisher offiziell nicht angekündigt.

Fox selbst beschrieb sein einziges Soloalbum STADTAFFE „Filmmusik zum Tanzen“ und holte sich das Babelsberger Filmorchester  dazu. Aufgenommen wurde es fast schon aus Versehen: Eigentlich wollte er für CeeLo Green eine Platte  produzieren, der für Seeed gerade in der Single „Aufstehn!“ ein Feature hingelegt hatte. Das Problem: Plötzlich ging Gnarls Barkley, Greens Projekt mit Danger Mouse, mit „Crazy“ durch die Decke. Green sagte ab und Peter Fox machte spontan eine Soloplatte daraus.

Seeed wurden 1998 gegründet, die Reggae-Formation um die Sänger Peter Fox, Dellé und Boundzound wuchs auf ganze elf Musiker an. Seeed veröffentlichten bisher fünf Alben, auf denen sie den jamaikanischen Dancehall-Sound mit deutschem HipHop vermengen. Vor allem der dreistimmige Gesang und die Bläserfraktion aus Saxophon und Posaune sorgten schnell für Wiedererkennungswert. Boundzound, unter seinem richtigen Namen Demba Nabé, starb 2018, eine Todesursache wurde nicht öffentlich gemacht.

Hier fünf der besten Songs von Peter Fox und Seeed:

PETER FOX – „Schwarz zu Blau“

Peter Fox läuft zu Beats und flirrenden Streichern nach einer durchtanzten Nacht quer durch Berlin. Die Stadt, die er sieht, ist alles andere, als eine Schönheit: „Steig‘ über Schnapsleichen, die auf meinem Weg verwesen/Ich seh die Ratten sich satt fressen im Schatten der Dönerläden“. Aber gerade die ungeschminkte Ehrlichkeit machte „Schwarz zu Blau“ zu einer heimlichen Hymne der Hauptstadt: „Guten Morgen Berlin/Du kannst so hässlich sein“ – welche*r Berliner*in würde da nicht einstimmen, wenn das versöhnliche Fazit lautet: „Und ich weiß, ob ich will oder nicht/Dass ich dich zum Atmen brauch“. Kein Wunder, dass Peter Fox mit dem Song den Bundesvision Song Contest 2009 gewann.

SEEED – „Dickes B“

„Schwarz zu Blau“ ist nicht die einzige Berlin-Hymne von und mit Peter Fox, denn schon 2001 besangen Seeed auf dem Debütalbum NEW DUBBY CONQUERORS ihr „Dickes B“: „Mama Berlin Backsteine und Benzin/Wir lieben deinen Duft, wenn wir um die Häuser zieh’n“. Im Video laufen Seeed dazu alle Landmarken zwischen Alexanderplatz, Fernsehturm und Brandenburger Tor ab, bevor Featuregast Black Kappa auftaucht und den Song endgültig abheben lässt.

PETER FOX – „Haus am See“

Der Gegenentwurf zu den Berlin-Hymnen. Ein lässiger Rhythmus, hauchende Backgroundsängerinnen, der Sommer ist da, die Metropole weit weg: „Und am Ende der Straße steht ein Haus am See/Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg“. Der Himmel ist blau, die ganze Familie kommt mit ins „Haus am See“, und der Sommer ist eine einzige Party. Für die Stadtflucht braucht man gar kein „Landlust“-Abo, dieser Song reicht.

SEEED – „Ding“

Auf der dritten Single vom dritten Album NEXT! erzählen Seeed von einem versuchten Seitensprung, der ausgerechnet an der eigenen Besoffenheit scheitert, weil man sich zu viel Mut angetrunken hat. Schräg, aber ab der ersten Sekunde ohrwurmverdächtig. „Ooh du hübsches Ding, ich versteck‘ mein‘ Ehering“.

PETER FOX – „Das zweite Gesicht“

Zum Abschluss könnte man noch ein paar Songs nennen, zum Beispiel die launige erste Single „Alles Neu“, in der Peter Fox sich ohne falsche Bescheidenheit zur „Abrissbirne für die deutsche Szene“ erklärte. Großes Kino ist aber vor allem das paranoide„Das zweite Gesicht“. Die Filmmusiker spielen dissonant los, und plötzlich kann man sich selbst nicht mehr vertrauen: „Ein Biest lebt in deinem Haus/Du schließt es ein, es bricht aus“.


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