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Diskografie

Rage Against The Machine: Wir haben ihre Alben nach kommerziellem Erfolg sortiert

Erst waren es nur Gerüchte, inzwischen hat es sich bestätigt: Rage Against The Machine werden 2020 ihr Comeback feiern, wenn auch zunächst nur für fünf Live-Auftritte in den USA. Es ist bereits das zweite (Live-)Comeback der Crossover-Legenden. Schon nach der ersten Trennung im Jahr 2000 kehrten Rage Against The Machine einige Jahre später, nämlich 2007, für eine Reunion-Tour zurück. 2011 löste sich die Band dann wieder auf.

Zuletzt widmeten sich die Mitglieder anderen Projekten: So bildeten drei Viertel von Rage Against The Machine 2001, also ein Jahr nach der ersten Bandauflösung, zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Soundgarden-Frontmann Chris Cornell die Band Audioslave. Bei der Band waren alle RATM-Mitglieder außer Frontmann Zack de la Rocha beteiligt, der seinerseits von 2008 bis 2011 eine Band namens One Day As A Lion hatte, zusammen mit Jon Theodore, dem ehemaligen Drummer von The Mars Volta.

Nach der Audioslave-Auflösung im Jahr 2007 tourte Gitarrist Tom Morello gelegentlich mit Bruce Springsteen und war sogar auf einem seiner Studioalben zu hören, nämlich bei HIGH HOPES aus dem Jahr 2014. Später bildete Morello mit seinen ehemaligen RATM- und Audioslave-Kollegen Brad Wilk und Tim Commerford zusammen mit B-Real von Cypress Hill sowie Chuck D und DJ Lord von Public Enemy die Supergroup Prophets Of Rage, die 2017 ein selbstbetiteltes Album veröffentlichte. Eben jene Prophets Of Rage haben nun im Zuge des Comebacks von Rage Against The Machine ihre Auflösung bekannt gegeben.

Funk und HipHop, gepaart mit Elementen aus Heavy Metal, Punk- und Hard-Rock. Diese besondere Mischung brachte Rage Against The Machine Anfang der 90er in einem ureigenen Sound zusammen – und dieser besondere Stil machte sie zu Pionieren dessen, was später als Nu Metal und vor allem rund um die Jahrtausendwende ein überaus erfolgreiches Genre wurde.

Aus aktuellem Anlass haben wir für Euch die Alben von Rage Against The Machine nochmal gehört, sortiert und aufgelistet. Auch wenn es der Band nie um Kommerz ging: Die Tatsache, dass sie im kommenden Jahr auf dem Coachella Festival auftreten werden, ist Grund genug, auch einmal auf die reinen Verkaufserfolge und Chartsplatzierungen der bis dato vier veröffentlichten Studioalben zu blicken. Warum ein Coachella-Auftritt, mal abgesehen von der schieren Größe, so gar nicht zu Rage Against The Machine passen soll? Philip Anschutz, der Gründer des Unternehmens Anschutz Entertainment Group, das hinter dem „Coachella Valley Music and Arts Festival“ steht, wurde bereits mehrfach dafür kritisiert, Anti-LGBTQ-Kampagnen finanziell zu unterstützen. Er selbst hat die Anschuldigungen zwar stets als „Fake News“ bezeichnet, trotzdem hält die Kritik an. Und genau aus diesem Grund sind auch viele Fans von Rage Against The Machine sauer auf die Band und ihre Entscheidung, auf dem Coachella zu spielen. Denn solch ein Image würde ganz und gar nicht zur sonst so politisch und moralisch aufmerksamen Band passen, da sind sich viele Fans einig.

RAGE AGAINST THE MACHINE (1992)

Der Bass klingt funky, die Gitarre ist krachig-tief gestimmt, die Drums hämmern ohne Unterlass – und dann ist da dieser dringliche Rap-Flow von einem Dreadlocks tragenden Jungspund namens Zack de la Rocha. Das alles ist Rage Against The Machine und mit ihrem Debüt haben sie ein musikalisches Statement für die Ewigkeit gemacht. RAGE AGAINST THE MACHINE ist ein Album, das Maßstäbe für politisierte Rockmusik, wie auch für das Genre Nu-Metal setzte, das später vor allem durch Bands wie Limp Bizkit undLinkin Park auch im Mainstream bekannt wurde. Auf dem selbstbetitelten Debüt wird es vielfach politisch. So heißt es auf „Take The Power Back“: „We need a movement with a quickness / You are the witness of a change and to counteract … We gotta take the power back“.  Die eigentliche Hymne dieser wütenden, rebellierenden Jugend, der Rage Against The Machine hier eine Stimme gaben, ist aber ein anderer Song: „Killing In The Name“, dessen immer noch scharfe Gesellschaftskritik im schier endlos wiederholten Satz „Fuck you, I won’t do what you tell me“ gipfelt.

Mit dem inzwischen legendären Debüt, auf dem auch das sehr bekannte „Bombtrack“ zu hören ist, setzte die Band einen Meilenstein. Das Album chartete damals in den USA zwar nur auf Platz 45 der Billboard 200, aber hat über die Jahre in den Staaten dreifachen Platin-Status erreicht. Auch in Deutschland hat das Album Gold-Status.

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EVIL EMPIRE (1996)

Hier wurden RATM so richtig offensichtlich politisch: So entstammt der Albumtitel „Evil Empire“, wie Zack de la Rocha mal in einem MTV-Interview erzählte, einem Terminus, den der ehemaligen US-Präsident Ronald Reagan häufig in den 1980ern benutzte, wenn es um die damalige Sowjetunion ging. Die Band dreht nun den Spieß um und lässt ihre Wut über die Vorgänge im eigenen „Evil Empire“, den USA aus. Eröffnet wird das Album mit dem Song „People of The Sun“, einer Hymne an die Zapatisten-Bewegung in Mexiko: „You’re spine cracked for Tobacc-oh, I’m the Marlboro Man“ singt Zack de la Rocha und klagt damit die Art und Weise an, wie die US-Amerikaner den Nachbarn im Süden behandeln. Ein Song, aktueller denn je? 1996 erreichte EVIL EMPIRE jedenfalls in Deutschland die höchste Chartposition aller RATM-Alben, nämlich Platz 2. In den USA hat die Platte, genau wie schon das Erstlingswerk, dreifachen Platin-Status erreicht. Es brachte der Band auch den ersten Grammy ein, nämlich für den Song „Tire Me“ in der Kategorie „Best Metal Performance“.

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THE BATTLE OF LOS ANGELES (1999)

Auf ihrem dritten Studioalbum nehmen sich Rage Against The Machine abermals politischen Themen an: Die Platte eröffnet mit dem Song „Testify“, der sich sehr kritisch mit der amerikanischen Politik, Kriegseinsätzen sowie der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen auseinandersetzt. Michael Moore drehte zu dem Song ein Musikvideo, das sich auch sehr stark auf den 1999 stattfindenden Präsidentschaftswahlkampf zwischen Al Gore und dem späteren Präsidenten George W. Bush fokussiert:

Moore dreht noch ein Video zu einem Song des Albums, nämlich zu „Sleep Now In The Fire“, der sich kritisch mit der Kriegstreiberei der USA auseinandersetzt, beispielsweise mit dem Atombombenabwurf über Hiroshima oder dem Gebrauch von Agent Orange im Vietnamkrieg. Das Video wurde vor dem Gebäude der New York Stock Exchange gedreht und aufgrund der vielen Fans und Zuschauer, die dem Dreh beiwohnten, musste die größte Wertpapierbörse der Welt gar für kurze Zeit geschlossen werden, damit die Polizei wieder Herr der Lage werden konnte..

Der bekannteste Song des Albums dürfte dennoch „Guerilla Radio“ sein, für den die Band ihren zweiten (und bisher letzten) Grammy gewann. THE BATTLE OF LOS ANGELES erreichte doppelten Platin-Status in den USA.

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RENEGADES (2000)

Das bisher letzte Studioalbum der Band enthält ausschließlich Cover-Songs, darunter solche von Interpreten wie Devo, Bruce Springsteen und Minor Threat. Der bekannteste Song des Albums heißt „Renegades Of Funk“ und ist – in der RATM-Version – ein funkig-punkiges Proteststück, stammt im Original aber vom HipHop-Pionier Afrika Bambaataa und klang damals ziemlich anders, nämlich wie ein früher HipHop-Track aus den 80ern. Die Auswahl der Stücke spiegelte die verschiedenartigen Einflüsse der Band wider, was RENEGADES daher durchaus zu einem besonders interessanten Dokument macht, da es die Geburt des Sounds der Band, der die 90er so sehr prägte, nachvollziehbar macht. Dass Rage Against The Machine eine Auswahl von „Street Fighting Man“ von den Rolling Stones bis hin zu „Microphone Fiend“ von den Golden-Age-Hip-Hoppern Eric B. & Rakim covern, ist daher nicht absurd, sondern logisch.

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