Rammstein haben sich für die Aufnahmen an neuen Liedern Zeit gelassen. Jetzt ist das Album „Mutter“ fertig. Und alle sind gespannt.


Dreieinhalb Jährt sind seit dem letzten regulären Studiowerk „Sehnsucht“ ins Land gezogen ein Land, dass mit seiner einflussreichsten harten Band immer wieder seine lieben Probleme hat. Wer erinnert sich nicht an das Video zu Rammsteins Depeche Mode-Coverversion „Stripped“ mit den darin enthaltenen Leni Riefenstahl-Filmsequenzen und die nachfolgende äußerst kontroverse Diskussion? Es scheint fast so, als wären Rammstein in den letzten anderthalb Jahren dem Trubel aus dem Weg gegangen. „Wir brauchten unsere Ruhe“, stellt Keyboarder Flake Lorenz (34) fest. „Die Band musste aus dem Rampenlicht verschwinden, um wieder kreativ tatig werden zu können.“

Ende 1999 logen sich die sechs Musiker in ein alleinstehendes Haus in Heiligendamm an der Ostsee zurück. Dort entstanden die elf Songs, die am 2. April als das neue Album „Mutter“ veröffentlicht werden. Bis zu ihrer endgültigen Fertigstellung vergingen allerdings noch viele Monate, was vor allem mit der langwierigen Suche nach einem geeigneten Produzenten zusammenhing. Erste Resultate aus den Händen des bewährten Rammstein-Wegbegleiters Ronald Prent „waren uns zu gewöhnlich. Der Sound vollzog nicht den gleichen Schritt nach vorne, den die Musik machte.“ Die bewegt sich zwischen den von den beiden bisher veröffentlichten Songs aufgesteckten Polen: einerseits punkig brachial wie „Links“, andererseits bombastisch und voller Pathos wie „Sonne“ Nachdem lange Zeit nur lakonische Kommentare wie „Es braucht so lange wie nötig“ aus dem offiziellen Rammstein-Lager zu vernehmen waren, zeigen sich die Berliner unmittelbar vor der Veröffentlichung von „Mutter“ erstaunlich offen – und dabei provozierend wie immer. Zwischen Weihnachten und Neujahr 2000 boten sie den Song „Links“ vorab zum Download an. Ob sie mit Textzeilen wie „Sie wollen mein Herz am rechten Fleck, doch seh ich dann nach unten weg, dann schlägt es links, links zwo drei vier“ die immer wieder aufflackernde Diskussion über die politische Ausrichtung der Band endgültig beenden können, oder ob diese neu aufflackern wird, bleibt abzuwarten.

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