75 Dollar Bill  I Was Real 


Glitterbeat/Indigo (28.6.)

Glitterbeat ist den meisten anderen Labels, die so gemeinhin mit „Weltmusik“ assoziiert werden, noch immer weit voraus. Weil hier Klänge Heimat haben, die keine Heimat haben, außer, well, der Welt. Statt der Feier der Ursprünge, der Folklore gibt es hier Orgien der Entwurzelung und des Ineinanderlaufens.

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Das gilt auch für das New Yorker Duo 75 Dollar Bill, das klingt, als wäre die algerische Desert-Blues-Gruppe Tinariwen in den 80ern in die Hausbesetzerszene an der Lower East Side eingestiegen statt in libysche Militärcamps. Vielleicht weil der Gitarrist der Band, Soundkünstler und Instrumentenbauer Che Chen 2013 in Mauretanien lokale Musiktraditionen studierte, kurz nach seinen Experimenten mit der Schwingung der Saiten auf der Konzertzither, nach seiner Entdeckung der Mikrotonalität…

Partner Rick Brown steuert zu den Velvet-Underground-im-Sandsturm-Gitarren entsprechend stoische Rhythmik bei, mal Moe Tucker, mal Jazz, meist Trance. Eine Viola gibt es auch, gespielt von Karen Waltuch, insgesamt acht Gastmusiker treten auf und schenken dem Sound immer neue Texturen, ohne den ekstatischen Minimalismus zu verkleben.

Das hat Sog, das macht nach Konzerten in schweißnassen Kellern in großen Städten sehnen, vor allem aber hat man immer wieder das Gefühl, hier auf Musik zu stoßen, die zugleich vertraut ist und doch unerschlossen. Auch beim dritten Album seit dem Debüt 2015 gelingt es dem Duo, Funken eines konzisen musikalischen  Paralleluniversums ins Hier und Jetzt zu bringen. 

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