Acht Eimer Hühnerherzen

Acht Eimer Hühnerherzen

Destiny/Broken Silence

Schneidige Typen mit Dorf-Background und Tattoos ... wem dieser Status quo von Punk langweilig geworden ist, kann sich an diesem Berliner Trio versuchen.

Aktuell stehen stylishe Bandnamen hoch im Kurs. Kurz und glatt mögen sie sein, am besten einsilbig, an der Schwelle zur totalen Beliebigkeit: Golf, Shame, Sorry. Irgendwie so muss man als coole, junge Band heißen. Wenn dagegen ein neuer Act mit der verhaltens­auffälligen Bezeichnung Acht Eimer Hühnerherzen aufläuft, darf man daher davon ausgehen, dass hier vermutlich keine Kids am Werk sind.

https://www.youtube.com/watch?v=tHp1KXMDhaI

Und richtig, Acht Eimer Hühnerherzen ist ein Kreuzberger Trio, bei dem unter anderem der rüstige Ü-50er Johnny „Jaco“ Bottrop von der Terrorgruppe Bass spielt. Es handelt sich bei dieser Platte dennoch nicht um Punk-Rock im engeren Sinne, was man schon an der Instrumentierung erkennen kann: verstärkte Nylonsaitengitarre, halbakustischer Bass und ein eher reduziertes Rock’n’Roll-Schlagzeug.

Diese angenehm unbombastische Kulisse produziert einen atemlosen, hermetischen Sound, der Namen trägt wie „Lederhelene“, „Tränengas“ und „Mittelmass“. Das Ergebnis hat etwas von den Raveonettes bis hin zu den Violent Femmes. Dazu eine weibliche Stimme, die keine Geschichten erzählt, sondern einem aus assoziativen Slogans was Dringliches gebastelt hat. „Blutende Fresse, dann Kurzzeittherapie“, skandiert sie. Wer gern so mit sich reden lässt, findet auf diesem gleichsam aufgeräumten wie hysterischen Album wirklich viel Schönes.

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