Aerosmith :: Get A Grip

Ist Tylers Bostoner Bluesrock-Brigade nach ihrem künftigen Sony-Millionendeal überhaupt noch motiviert, für ihre alte Company zu arbeiten? Oder vollziehen Aerosmith einen Kurswechsel wie Elvis nach dem Wehrdienst? Schon der erste Eindruck bestätigt: Reif für Las Vegas ist die Truppe noch lange nicht, die Luftschmiede steht unter Volldampf wie noch nie, das vierzehnte dürfte zugleich das frischeste und härteste Album ihrer Karriere sein.

Allen voran stürmt Stephen Tyler: Dreist wie eine 2Ojährige Rotznase schreckt er auch vor einem fetten Rülpser am Ende des wutschnaubenden „Eot The Rieh“ nicht zurück. Keineswegs minder agil ist Joe Perry, dessen Riffs von geradezu felsenspaltender Durchschlagskraft sind. Doch unter den 1 5 Titeln befinden sich auch langsame, emotionsschwangere Nummern wie das bluesige „Livin‘ On The Edge“. Bläser sind bei Tyler und Co. ohnehin Usus, doch erstmals tauchen Instrumente wie Sitar, Cello und Mandoline auf, die mit hörbarer Experimentierfreude eingesetzt werden. Fazit: GET A GRIP bündelt alle Tugenden der Truppe und macht dort weiter, wo „Pump“ aufhörte.

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