Agar Agar Player Non Player


Grönland (VÖ: 20.1.)

von

Clara Cappagli und Armand Bultheel haben mit ihrem 2018 erschienen Debüt THE DOG AND THE FUTURE einen ersten stabilen Pflock in das Feld eingeschlagen, das sie beackern wollen. Als Agar Agar loten die beiden auch auf ihrem neuen Werk Möglichkeiten aus, sich archäologisch an Stile und Sounds der letzten Jahrzehnte heranzutasten.

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Sensibel, fast zögernd werden Schichten freigelegt, Soundflächen und Textfragmente übereinandergeschichtet, sodass jedes der 12 neuen Stücke zu einer Entdeckung wird. Was beim Graben zutage kommt, ist oft überraschend. Einflüsse scheinen der Synthie-Pop Yazoos zu sein oder eben auch ganz allgemein das frühe Werk von Vince Clark, nachdem er Depeche Mode verlassen hat.

Schön und nervig zugleich

Auch der gute, lustige Teil von Eurotrash wird hemmungslos gefeatured. Aus „Crave“ meint man die Residents herauszuhören, in dem tollen Popstück „No Pressure“ den Einfluss von The Knife. Ganz schön was los bei Agar Agar. Cappagli singt mit einer betörend schönen Stimme, die aber immer wieder durch Störgeräusche und Effekte aus dem Tritt zu geraten scheint. Versinkt ein Fuß im Morast der Harmlosigkeit, wird er sofort wieder herausgezogen.

In den Texten spielen Monster, Drachen, Reiter oder Masken eine Rolle, was, zusammen mit den elektronischen Sounds der Platte, an Themen und die Ästhetik von Videospielen erinnert. Kein Wunder also, dass zusammen mit dem Album auch die Veröffentlichung eines dazu passenden Games angekündigt ist. PLAYER NON PLAYER ist der Soundtrack zu einer Fahrt im Auto von Bielefeld nach Berlin zur nächsten Convention, während der man den Kater der letzten Nacht mit kalter Mate-Brause bekämpft. Schön und nervig zugleich.


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