Alan Howarth & John Carpenter Escape from New York


Death Waltz Recording Co.

von

Was wird Amerika unternehmen, wie reagieren die Sowjets, und was wollen die Perser? Unter dem Eindruck der Revolution im Iran und der Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran schrieb Regisseur John Carpenter 1980 seine Vision vom Ende der Welt, in der die Guten von den Bösen nicht zu trennen sind. „Escape from New York“ erzählt die Geschichte des Verbrechers Snake Plissken, der den US-Präsidenten aus der Gefangenschaft eines anderen Verbrechers, dem „Duke von New York“, befreien muss, damit der atomare Weltkrieg verhindert werden kann. Allein: Der Präsident, der Friedensbringer, erweist sich am Ende als das wahre Schwein.

Die bisherigen Filmmusiken Carpenters und seines Sounddesigners Alan Howarth waren fokussiert: Für „Halloween“ steht das rasende Piano, „Assault on Precinct 13th“ setzte auf Tinnitus-Sirenen und ein perkussives Bass-Motiv. Mit „Escape from New York“ legten beide erstmals einen Score vor, der klassische Stücke durch einen Synthesizer neu interpretiert. Debussys „La cathédrale engloutie“, zu dessen Klängen Plissken mit einem Segelflugzeug über die Manhattan-Skyline gleitet, ist eine der spektakulärsten Vertonungsideen der Kinogeschichte. Packend ist die Verfolgungsjagd „69th Street Bridge“, die einen Tourette-ähnlichen Electro-Bass mit Steel Drums paart. Ihre Meisterschaft endgültig unter Beweis stellten Carpenter und Howarth  natürlich mit dem „Main Theme“ – ein marschierendes Stück, das paradoxerweise ebenso erbarmungslos wie melancholisch klingt und das Ende der Welt schon in den ersten Filmminuten ankündigt. Das Vinyl-Reissue enthält zwei (das Label schreibt: sechs) bisher unveröffentlichte Stücke, leider nicht mehr die Spaghetti-Western-Dialoge zwischen Lee van Cleef und Kurt Russell.

Dafür Linernotes von Alan Howarth, in denen er das Rezepts seines Zaubertranks verrät: ARP Avatar mit einem 16 Step Sequenzer, ein Prophet 5-programmierbarer Synthesizer sowie eine Linn LM-1 Drum Machine.


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