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Albrecht Schrader Nichtsdestotrotzdem

Staatsakt/Caroline International (VÖ: 19.5.)

von

Albrecht Schrader – Lichtgestalt mit lichtem Haar, mit wachen Augen und strenger Brille. Wäre er nicht in seiner Wahlheimat Köln in einschlägigen Clubs wie dem King Georg öfters mal mit einem belastbaren Rausch angetroffen worden, die nachgeborenen Fans des Hamburger-Schule-Sounds würden ihn für eine Art professorales Fabelwesen halten. Doch der Mann mit dem übertrieben deutschen Namen ist äußerst real – und sehr vielseitig.

In einer Off-Location unterhält er eine Indie-Gala, in der er eine Mischung aus Helmut Zerlett und Harald Schmidt gibt. Der Entertainer am Klavier – diese Rolle wuchs nach der letztjährigen EP LEBEN IN DER GROSSSTADT nun zum eigenen Album. Wobei NICHTSDESTOTROTZDEM vor allem seinen Hang zu Pop, Dichtung und Sound auskleidet, Schenkelklopfer gibt’s hier nicht, oder höchstens so subtil, dass sie letztlich gar keine mehr sind.

Das Titelstück über den Sinn und Unsinn von Existenz beispielsweise erinnert in der Sprache an die Lyrik von Erich Fried und ist in seiner geschickt ambivalenten Geisteshaltung streng genommen viel zu schlau für Pop. Sowas kostet Einheiten bei Media Markt, bedeutet aber gleichwohl, dass all jenen, die sich für Dorau, PeterLicht, Truffaut, Hans Zimmer, Jan Hammer und Shoegazing Piano interessieren, das Belohnungszentrum quasi durchbrennen wird. Was für eine eindrucksvolle Party hiermit in der Nische geschmissen wird.

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