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Blitzen Trapper Wild And Reckless

Lojinx/Aöive (VÖ:03.10.)

von

Sechs Wochen lang von Mitte März bis Ende April, immer brav von Dienstag bis Donnerstag, lief „Wild And Reckless“ im Armory-Theater in Portland. Eine Mischung aus Rockkonzert und Theateraufführung, die dem Vernehmen nach ein wenig unter den zum Teil eher steifen Darstellern litt. Denn Blitzen Trapper hatten es sich nicht nehmen lassen, ihre, ähem, Rock­oper, in der eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer zukünftigen Drogenepidemie erzählt wird, in ihrer Heimatstadt höchstselbst zu inszenieren und sich selbst tra­gende Rollen zu geben. Aber wir sehen ja nicht, wir hören WILD AND RECK­LESS einfach mal als neuntes Album von Blitzen Trapper.

Und das sticht aus ihrem bisherigen Schaffen heraus, nicht nur weil es ein Konzeptalbum ist. Denn während Eric Earley und seine Kollegen sonst gern das ganze Americana-Spektrum von Country über Mountain Music bis hin zum Folk-Rock durchschreiten, leben sie hier ausgiebig ihre Schwäche für 70s-Rock mit erhöhtem Strum-und-Drang-Faktor aus.

Die Gitarren sind klassisch verzerrt, die Melodien wissen, was sich hinter dem Kürzel AOR verbirgt, und Earley hat einen ganzen Sack voll Songs geschrieben, die am liebsten „Born To Run“, „The River“ oder auch „Dancing In The Dark“ heißen würden. Ja, genau, der Boss in seiner aufgekratzten, ärmelhochgekrempelten Ausgabe hat hier Pate gestanden. Vor ihm und seiner Kunst, vollkommen ernsthaft und doch pathosfrei vom Scheitern am amerikanischen Traum zu erzählen, verbeugen Blitzen Trapper sich hier. Und diese Verbeugung ist gelungen. 

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