Bob Mould Patch The Sky


Merge Records/Cargo, 25.03.2016

Als Hüsker Dü Anfang der 80er Teil der aufkommenden US-Hardcoreszene wurden, war Sänger Bob Mould gedanklich schon einen Schritt weiter und sehnte sich nach ausladenden Melodiebögen, weniger verkrampften Tempi, mehr Introspektive. Diesen Gedanken ging er mit seiner großartigen, Alternative-Rock-lastigeren Zweitband Sugar nach, bevor er sich Ende der 90er an elektronischer Musik versuchte – und damit viele alte Fans verschreckte. Mit SILVER AGE (2012) und BEAUTY & RUIN (2014) brachte Mould dann zwei knackige, rostfreie Fuzz-Power-Pop-Platten raus, und PATCH THE SKY fügt sich nahtlos in dieses Spätwerk ein.

Gut, ein bisschen suhlen sich diese Alben in ihrer Gefälligkeit – fette, helle Akkorde; locker federnde Rhythmen, bei denen weder Musiker noch Hörer in Gefahr kommen, sich irgendwas zu zerren – aber Bob Mould hat sich die Freiheit erspielt, in seiner Komfortzone zu agieren. Dabei entsteht Füllmaterial („Hold On“, „Lucifer And God“), aber auch schöne Sugar-Gedächtnisnummern (das an „Fortune Teller“ erinnernde „Pray For Rain“); und auf „Hands Are Tied“ stellt man fest, dass Mould die halsbrecherischen, knalligen Zweiminüter immer noch beherrscht. Am hörenswertesten sind aber die langsameren Stücke hintenraus: „Black Confetti“ hat einen hypnotischen, plättenden Groove, und das wehmütige, vor Verzerrung flimmernde „Monument“ ist der perfekte Closer.

 


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