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Booka Shade Galvany Street

Blaufield/Rough Trade

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Foto: Blaufield/Rough Trade

In seinem „Herr Lehmann“-Spin-Off „Magical Mystery“ beschreibt Sven Regener sehr unterhaltsam, aber durchaus auch kenntnisreich die deutsche Techno-Szene Mitte der 90er-Jahre, in der Labels und Acts aus dem Boden schossen, Hits landeten, Raves bespielten und auf Tour gingen – ohne wirklich zu wissen, was das bedeutet.

Walter Merziger und Arno Kammermeier tragen nicht nur Namen wie aus einem Regener-Roman, die Typen aus dem Saarland hätten prima Randfiguren in Regeners Roman abgegeben. Zunächst unter dem Namen Planet Claire, später als Booka Shade spielten sie eine Art von Trance, die ihren Ursprung im Synthie-Pop nicht leugnen wollte. Der Weg führte ins Vorprogramm von Depeche Mode und zu einem DJ-Kicks-Sampler, alles relativ überraschungsarm.

GALVANY STREET ist das sechste Album und ändert die Richtung: Booka Shade gehen weg vom Track, haben Songs geschrieben. Es singt Craig Walker, früher bei den britischen Electro-Proggern Archive am Mikro, auch Urdur von den isländischen Dance-Hippies GusGus ist dabei. Geführt wird das Album unter dem Genre „Indie-Pop“, was entweder ein Versehen oder Wunschdenken ist.

Indie ist hier nix, Merziger und Kammermeier testen die Limits ihrer Produzentensoftware, gemacht ist dieser Techno-Pop für hochpreisige Boutiquen oder die Touristencompilations aus der CAFÈ DEL MAR-Reihe. Die besten Stücke wie „Peak“ erinnern an esoterischen Trip­Hop von Acts wie Lamb, die meisten Tracks jedoch fließen seelenlos dahin.

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