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Cautious Clay Deadpan Love


Cautious Clay/Membran (VÖ: 16.7.)

von

Cautious Clay ist ziemlich gut darin, kleine Fallen zu legen, über die er seine eigenen Songs stolpern lässt. Das können Bläsersätze sein, eigenartig weit weg stattfindend, eher neben als auf der Platte. Lauter sind da schon die Saxofone, nachzuhören in „Artificial Irrelevance“. An anderer Stelle sind es quirlige Keyboards, an wieder anderer Mikroexplosionen der Beats oder kleine Querverweise in den Jazz.

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Immer gilt dabei: Diese Fallen machen die Songs interessant, verleihen ihnen eine Intimität, die durchaus ungewöhnlich ist, berücksichtigt man, dass DEADPAN LOVE keinesfalls eine One-Man-Show ist. Clay arbeitete für das Album mit einer ganzen Riege an Songwritern zusammen, viele davon sind welche, deren Kunden Charts-Spitzenträger sind.

Ein Mix aus einer sehr eigenen Herangehensweise und ein bisschen Pop-Checkertum

Genau dieser Mix aus einer sehr eigenen Herangehensweise (er) und ein bisschen Pop-Checkertum (die anderen) geht bestens auf: Mal kippt Clay Richtung HipHop („Strange Love“), mal bewegt er sich in jenen Gebieten, in denen Bon Iver beheimatet ist – die eigenartig gedoppelten, Höhen suchenden Vocals in „Box Of Bones“ erinnern arg an den Mann aus Eau Claire.

Mit dessen Arbeit verbindet Clay auch einer der zentralen Reize dieser Musik: sie ist einerseits sehr modern, sehr kontemporär, sehr urban. Aber an anderer Stelle klingt sie so, als wäre sie eben erst gemeinsam mit dem Morgennebel aus einer nassen Wiese aufgestiegen. „You’re starting up a wildfire in my heart“, singt Clay einmal. Das nehmen wir als Kompliment und geben es gerne zurück.


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