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Crumb Ice Melt


Crumb/Cargo (VÖ: 30.4.)

von

Das sind Zahlen: „Locket“, der beliebteste Song von Crumb, ist auf Spotify mehr als 52 Millionen Mal gestreamt worden. Das ist schön für das Quartett, aber „Locket“ ist bald vier Jahre alt und stammt von der ersten EP der New Yorker. Nun offenbaren sich die Probleme einer solchen Streaming-Sensation: Mit ihrem zweiten Album ICE MELT versuchen Crumb auszubrechen aus dem Easy-Listening-Dream- Pop-Schema, das sie zum Stammgast der Chillout-Indie-Pop-Listen gemacht hat, ohne aber gleich die gesamte Kundschaft zu verschrecken.

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Zugegeben, auch durch den Streambait-Knaller „Locket“ schoben sich schon ein paar windschiefe Klangschlieren, aber nun setzt immer mal wieder der Rhythmus aus, knistert es hin und wieder leicht atonal und das comichafte Disco-Stück „Balloon“ endet in einer seltsamen Irritation, die aber auch nicht wirklich ins Chaos stürzen will.

Denn grundsätzlich bleiben die Songs eingängig, die Stimmung leicht melancholisch bis aufgeräumt und der Gesang von Lila Ramani zwar mädchenhaft, aber distanziert. Fast könnte man meinen, da versuchen Velvet-Underground- Fans den Nouvelle Chanson zu karikieren. Vielleicht nehmen sie ihn auch zu ernst. Egal wie, das Ergebnis entwickelt einen kurios körperlosen Reiz.


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