Highlight: Welches Equipment verwenden eigentlich… Daft Punk?

Daft Punk Random Access Memories


Columbia/Sony Music 17.5.

Popmusik liegt immer eine Behauptung zu Grunde, nämlich die der eigenen Größe. Daft Punk führten dieses Prinzip im Vorfeld der Veröffentlichung ihres vierten Studioalbums ad Absurdum: Während einerseits kein Detail nach außen dringen durfte – der Schreiber dieser Zeilen, und das ist kein Witz, musste eine siebenseitige Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, bevor die Plattenfirma ihm das erste Mal mündlich Informationen über die Existenz der Platte gab –, wurde andererseits das große Fass aufgemacht. Die Idee: Marketing wie in den 70ern. Das tun, was man in der Industrie „Geld in die Hand nehmen“ nennt.  Werbezeit bei „Saturday Night Live“ buchen, Plakatwände bespielen, einen Trailer auf dem Coachella-Festival platzieren. Die Verbindung zur Gegenwart fand mittels einiger Filmchen statt, in denen Beteiligte vom Entstehen und Wesen der natürlich breath­taking Zusammenarbeit erzählten. Ein großes Tschingderassabum, dessen Businessplan man gerne einmal sehen würde, denn einiges an diesem Album könnte teuer gewesen sein. Vielleicht die Gästeliste: Julian Casablancas lässt „ Instant Crush“ nach den Strokes klingen, die 70er-Semi-Größe Paul Williams schiebt „Touch“ sehnsuchtsvoll Richtung Progressive-Oper, Nile Rodgers’ Gitarre prägt den Sound des Albums so sehr wie die beiden Franzosen selbst, des weiteren sind Todd Edwards, Chilly Gonzales, DJ Falcon und Panda Bear zu hören. Teuer war sicher aber der Rest. Denn auf RANDOM ACCESS MEMORIES wurden Streicher, Bläser, diverse Percussion- und viele Tasteninstrumente live eingespielt. Das Ergebnis ist ein Hybride aus Disco, Future Funk und Dance, der ab und an Richtung „Das letzte Einhorn“-Softpop schielt, aber weniger über Genres als über seine erfreut Ausschweifungen fördernde Ausarbeitung funktioniert. Das ist Kunsthandwerk, Disco-Rollenspiel. Pop, der erst gegen Ende des Albums erkennen lässt, dass die beiden Franzosen Wert auf Gegenwärtigkeit legen. Aber es macht Spaß, nicht nur aufgrund erwähnten Überbaus, den man als Musikfan doch gerne mitnimmt, sondern auch wegen der 75 Minuten Musik an sich: Daft Punk beherrschen den epischen Erzähl-Neunminüter („Giorgio By Moroder“ mit eben jenem als Zeitzeugen). Sie können Dance („Contact“), aber auch Pop, wie im tollen „Fragments Of Time“ und dem bereits bekannten „Get Lucky“ mit seinen schlitzohrigen Pharrell-Williams-Vocals. Diese Songs werden uns im Sommer 2013 begleiten.

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Kooperation

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