Dave Gahan & Soulsavers Imposter


Columbia/Sony (VÖ: 12.11.)

von

IMPOSTER ist alles andere als eine pandemische Zeitvertreibung: Die Aufnahmen fanden bereits im November 2019 statt, im Shangri- La-Studio in Malibu mit einem großen Ensemble, unter musikalischer Leitung von Ian Glover und Rich Machin, die sich zusammen Soulsavers nennen. Bisher wirkten die Aufnahmen dieses Projekts eher technisch und unnahbar. Bei IMPOSTER ist das anders, was an den Arrangements liegt und natürlich an Dave Gahan, der hier einige seiner besten Gesangsleistungen überhaupt bietet.

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Das muss aber auch so sein: Dies ist eine Cover- Platte, wobei sich Gahan bei seiner Auswahl nicht nur an starken Songs orientierte, sondern auch an historisch guten Gesangsleistungen anderer Künstler. Ein Stück wie „Lilac Wine“ gibt es in Versionen von Nina Simone und Jeff Buckley, „The Dark End Of The Street“ wurde von Aretha Franklin oder Elvis Costello interpretiert, die Charlie-Chaplin-Komposition „Smile“ von so ziemlich jeder herausragenden Stimme der Unterhaltungskultur.

Zumeist ist es dunkel und es regnet, und Dave Gahan fühlt sich in dieser Pop-Noir- Welt sehr wohl

Hinzu kommen Coverversionen von Cat Powers „Metal Heart“ oder PJ Harveys „The Desperate Kingdom Of Love“, die im Original kaum zu schlagen sind. Man kann darüber streiten, ob es Gahan gelungen ist, einen oder mehrere dieser Songs zu verbessern. Viel interessanter ist es, das Album als Ganzes zu betrachten: Mit Ausnahme des Testosteron-Ausbruchs „I Held My Baby Last Night“ ist IMPOSTER eine Inspektion der Schattenseiten der Liebe und des Lebens.

Zumeist ist es dunkel und es regnet, und Dave Gahan fühlt sich in dieser Pop-Noir- Welt sehr wohl. Jede Wette, dass Martin Gore, eigentlich der Melancholiker bei Depeche Mode, nach dem Hören dieser Platte Lust hat, seinem Sänger ein paar neue zartbittere Songs an die Hand zu geben. Sollte das kommende Depeche-Mode-Album die Kreativkrise der Band beenden, hat IMPOSTER daran einen großen Anteil.


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