Devendra Banhart Ma


Nonesuch/Warner (VÖ: 13.9.)

„Mit der Zeit fängt man an, sich für Countrymusik zu interessieren“, heißt es in einem auch schon wieder alten Song der Schweizer Band Aeronauten. Devendra Banhart muss man nichts über Countrymusik oder den diskreten Charme des J-Pop erzählen. Für Shintaro Sakamoto oder Haruomi Hosono (Yellow Magic Orchestra) hat er die Werbetrommel gerührt wie einst für Vashti Bunyan. Und in einem Song seines neuen Albums lässt er Country und Japan-Pop gleich auf mehreren Ebenen zusammenfinden. Traumdeuter vor: Was heißt es, dass Devendra im Video zu „Kantori Ongaku“ ein Pferd auf dem Flur hat und mit einem beinahe endlosen Zopf spielt?

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Selten war die Musik des schönstmög­lichen Troubadours jedenfalls so feingliedrig wie auf MA. Banhart wiegt sich in den sanften, wirklich supersanften Wellen des Orchesterpop („Ami“), er kann’s noch etwas zarter zur Gitarre oder zu einem Hauch von Bläserbegleitung („Memorial“). Die auf spanisch besungene „Carolina“ muss ein Geisterwesen sein, wenn man die ihr gewidmete Instrumentierung zum Maßstab nimmt.

Es gibt kaum einmal einen Tempoanstieg auf MA, und das ist das eigentlich Neue, das zu berichten wäre. Wie der Sänger und Songwriter mit Bass, Drums, Gitarre und kleiner Steichergruppe einen spukigen Popsong hinlegt, der immer wieder auf einen in diesem Kontext irritierenden Refrain zusteuert, das ist schon ziemlich klasse. Eine Art Samba hat’s hier auch, und nach hinten raus höre ich einen Song, der mich an Countrymusik erinnert, obwohl hier ein Saxofon recht frei seine Kreise zieht („My Boyfriend’s In The Band“). Aber genau das möchte man von Devendra Banhart doch hören.

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