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Die Sterne Die Sterne


PIAS/Rough Trade (VÖ: 28.2.)

von

Wenn Bands eine Platte in einer späteren Phase ihrer Karriere nach sich selbst benennen, dann ist das nie Faulheit, sondern immer ein Statement. Nun also DIE STERNE: Sechs Jahre nach FLUCHT IN DIE FLUCHT erscheint das elfte Studio­album der Band aus Hamburg auf neuem Label, mit neuem Ansatz.

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Die Sterne sind im Jahr 2020 weniger eine feste Band als vielmehr eine Plattform für die Zusammenarbeit mit anderen Musikern. Das Album ist entstanden mit Leuten von den Düsseldorf Düsterboys und Von Spar, auch der Keyboard-Zauberer Erobique war dabei, dazu das Kaiser Quartett, deren Streicher einigen Liedern wie etwa „Der Palast ist leer“ oder „Die besten Demokratien“ eine Extraportion Eleganz verleihen, was den Sternen wirklich sehr gut steht.

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In seinen Texten fragt sich Frank Spilker weiterhin, wie es gelingen kann, ein okayes Leben unter den allgemein widrigen Umständen zu führen, wobei es toll ist, wenn sich der Dichter selbst überrascht: In „Der Sommer in die Stadt wird gefahren“ erzählt Spilker zunächst von seiner Misanthropie, bevor er – er kann es selbst kaum glauben – im Refrain die Sonne aufgehen lässt. Man hatte sich ein solches Stück von der Band Kante erhofft, nun kommen Die Sterne damit um die Ecke, und wir nehmen es sehr gerne.

Im Mittelteil geht dem Album etwas die Luft aus, beim zu langen „Das Elend kommt (nicht)“ lässt Spilker die neuen Sterne Psychkrach spielen, setzt auf Sprechgesang und erzählt von seinem Ekel vor dem neuen rechten Elend in diesem Land, das anders aussieht als früher, bunter und mit schickeren Frisuren. Das ist gut beobachtet, aber der Song klingt niedergeschlagen und passt daher nicht so recht zu den besten Liedern des Albums, die in fabelhafter Manier davon erzählen, sich trotz allem zum Licht auszurichten, statt im Schatten zu verzagen.


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