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Dinosaur Jr. Sweep It Into Space


Jagjaguwar/Cargo (VÖ: 23.4.)

von

Okay, versuchen wir mal herauszukriegen, was neu ist auf SWEEP IT INTO SPACE. Die schneidend verzerrte, ja fast Metal-artige Gitarre, mit der „I Ain’t“ beginnt? Gab es schon auf BUG von 1988 reichlich. Der sanfte, akustische Vibe von „I Ran Away“? Sehr schön, so federleicht, aber kennt man ja sogar schon vom Debüt aus dem Jahr 1985. „Garden“, der ein wenig unvermittelte, ganz anders gestimmte, leicht balladenhafte Aufritt von Lou Barlow? Muss immer sein auf einem neuen Album der Urbesetzung. Die nicht enden wollende Melancholie, mit der sich J Mascis’ Stimme auf die kratzige Gitarren-Auslegware legt? Gehört natürlich fest zur DNA von Dinosaur Jr., auch auf diesem zwölften Album.

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Nein, man muss es wirklich zugeben: Auch wenn Kurt Vile co-produziert hat (oder haben soll): Es ist nichts Neues zu entdecken. Aber er ist halt auch immer noch großartig, dieser einzigartige Sound, der die Zeiten überdauert hat und sich nicht kümmert, nie geschert hat, ob das mal Indie-Rock revolutioniert hat oder längst von vorgestern ist oder überhaupt noch irgendjemanden interessiert.

„I think I lost myself“, singt Mascis in „And Me“, und man hat das Gefühl, genau das hat er doch schon mal gesungen, in „Freak Scene“ vielleicht, aber es ist egal und der Satz selbst natürlich mittlerweile auch ausgesuchter Quatsch: Natürlich haben sich Mascis, Barlow und Murph nicht verloren, sondern gefunden, und wissen sehr, sehr genau, was sie sind. Nämlich Dinosaur Jr., also nicht mehr, aber auch nicht weniger als die beste Gitarrenrock-Band der Welt.


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