Dita von Teese Dita von Teese


Record Makers/Cargo

Wenn es um die Auflistung von Berufsbezeichnungen geht, ist Wikipedia besonders akkurat, bei Dita von Teese nennt die Online-Enzyklopädie gleich sechs Professionen, darunter die der „Vedette“, also der Diva im Kabarett, die tanzt, reizt – es jedoch nie ausreizt. Von Teese spielt diese Rolle seit Jahren absolut überzeugend, jedoch längst nicht mehr im Theater, sondern in den Medien. Mit ihren 45 Jahren ist sie heute vor allem Unternehmerin, im Zuge der #MeToo-Debatte auch gefragte Expertin – leider Fürsprecherin der dämlichen These, nach der eine zu intensive Aufarbeitung des ständigen Missbrauchs das Geschlechterverhältnis verkrampfen könnte.

Nun wird es Zeit für ein Wikipedia-Update: Dita von Teese ist jetzt auch Sängerin. Die Idee zu diesem Album hatte Sébastien Tellier, auf dem Cover gesellt er sich gleich dazu. Der Franzose scheut keine Klischees, sogar beim Eurovision Song Contest war er mal dabei. Auf den klugen elektrischen Songs dieser Platte setzt Tellier auf das alte Konzept „Mann schenkt Frau sinnliche Lieder“. Dagegen ist nichts zu sagen, die Platte fließt angenehm dahin, die Stimme der Diva ist blass, beinahe unambitioniert: Wie toll würden diese Songs klingen, wenn Amanda Palmer oder Grace Jones sie interpretieren würden?


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